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Afrikanerin Okonjo-Iweala wird neue WTO-Chefin

© REUTERS / Reuters StaffNgozi Okonjo-Iweala
Ngozi Okonjo-Iweala  - SNA, 1920, 15.02.2021
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Die Leitung der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf soll in Kürze erstmals eine Frau und erstmals jemand vom afrikanischen Kontinent übernehmen: Der allgemeine Rat der 164 Mitgliedsländer will die nigerianische Ökonomin und Entwicklungsexpertin Ngozi Okonjo-Iweala (66) zur Generaldirektorin ernennen.
Der Vorgang, der am Montag in Genf erfolgt, dürfte reine Formsache sein. Als einziges Land hatten sich die USA unter Präsident Donald Trump im Oktober 2020 gegen die Ernennung von Okonjo-Iweala gestellt. Die neue US-Regierung hob in der Vorwoche die Blockade auf und sprach Okonjo-Iweala ihr Vertrauen aus. Sie hatte sich in einem mehrmonatigen Auswahlprozess gegen Mitbewerber durchgesetzt.
Okonjo-Iweala war 25 Jahre lang bei der Weltbank in Washington tätig, die Entwicklungs- und Aufbauprojekte in ärmeren Ländern finanziert. Seit 2003 war sie zweimal Finanzministerin und kurz Außenministerin ihres Heimatlandes. Zuletzt leitete sie den Verwaltungsrat der internationalen Impfinitiative GAVI, die zurzeit die faire Verteilung der Corona-Impfstoffe weltweit koordinieren soll.
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Sie folgt auf Roberto Azevêdo aus Brasilien, der seinen Posten als WTO-Generaldirektor am 31. August 2020 vorzeitig verlassen hatte. Er wechselte zum US-Getränkehersteller Pepsico.
Okonjo-Iweala würde Chefin der WTO in ihrer schwersten Krise seit der Gründung 1995 werden. Die Organisation soll für mehr Wohlstand aller Länder durch eine Liberalisierung des Welthandels unter fairen und nachhaltigen Bedingungen sorgen. Das 2001 gestartete Arbeitsprogramm, das als Doha-Runde oder auch Doha-Entwicklungsagenda bekannt war, ist gescheitert, und es gab seitdem nur wenig neue Handelsinitiativen.
Das Herzstück der Organisation – die Streitschlichtung bei Handelsdisputen – ist gelähmt, weil die USA seit Jahren die Ernennung neuer Berufungsrichter blockieren. Seit Ende 2019 können deshalb keine Berufungen mehr verhandelt werden. Die US-Regierung wollte mit ihrer Haltung Reformen durchsetzen, legte aber wenig konkrete Forderungen vor. Auch andere Länder sehen die Notwendigkeit von Reformen.
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