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Impfstoffe gegen Mutanten? „Sehe aktuell keinen Nachbesserungsbedarf“

© SNA / Wladimir PesnjaCorona-Impfstoff
Corona-Impfstoff - SNA, 1920, 13.02.2021
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Die Euphorie um die Impfstoffe gegen Covid-19 war kurzlebig. Kann es sein, dass die Mutanten ihre Wirksamkeit bedrohen? Dass sie wirkungslos werden, möchte niemand erwägen. Dennoch soll an ihnen enger geforscht werden, etwa von Curevac in Zusammenarbeit mit Großbritannien. SNA-News hat mit Curevac-Studienleiter Peter Kremsner gesprochen.
Die Coronavirus-Variante aus Großbritannien hat in den letzten Wochen für Unruhe gesorgt. Neben einer höheren Ansteckungsgefahr ist die Frage offen, ob die Impfstoffe gegen diese Variante schützen. Das wurde mittlerweile bejaht. Dennoch bleibt die grundsätzliche Frage: Was tun, um auf Mutationen gefasst zu sein, gegen die die Impfstoffe gegebenenfalls nicht wirken?
Das deutsche Unternehmen Curevac will dazu in Großbritannien verschiedene Varianten untersuchen. Wieso das wichtig ist und ob jetzt wirklich die Produktion von abgewandelten Impfstoffen ansteht – darüber hat SNA-News mit dem Studienleiter von Curevac, Peter Kremsner, gesprochen.
- Herr Kremsner, der Forschung bereiten Mutanten Kopfzerbrechen, vor allem dann, wenn das Virus an der Stelle mutiert, an der die Antikörper angreifen. Curevac will seinen Impfstoff in Zusammenarbeit mit Großbritannien an solche Mutationen anpassen. Was ist damit konkret gemeint?
Die erste Frage wird sein: Ist es wirklich nötig, das zu machen? Gemäß den ersten Daten werden die Varianten, zum Beispiel die britische, auch ganz gut von den Impfstoffen erfasst, die es auf dem Markt gibt. Insofern sehe ich da keinen Nachbesserungsbedarf. Sollten einmal Varianten entstehen, die dann Impfstoffe weniger wirksam machen, dann ist es sinnvoll. Dann müssten diese Varianten, ähnlich wie man es bisher gemacht hat, in die neuen Impfstoffe zusätzlich eingebaut werden oder ausschließlich in Angriff genommen werden, um mit ihnen eine Immunabwehr aufzufrischen.
- Das wäre auch die zweite Frage: Werden das dann verschiedene Impfstoffe sein oder wird ein bestehender Impfstoff um die Mutation ergänzt?
Beides ist vorstellbar. Der Impfstoff wird immer angepasst, und dann hat man ein Gemisch, oder wir brauchen den alten Impfstoff nicht mehr. Es gibt nur diese oder jene Variante. Das Virus wird sich ja auch immer weiter verändern, und es wird immer neue Varianten geben. Dann gibt es unter Umständen neue Impfstoffe, die sehr ähnlich sein werden, aber die neuen Mutationen enthalten. Aber das alles wird nur passieren, wenn es nötig wird. Bislang sehe ich die Notwendigkeit nicht. Gerade die mRNA-Impfstoffe, aber auch die anderen sind schnell nachzubessern und dann neu zu formulieren. Aber im Moment sieht es gut aus, wie ursprünglich geplant.
Selbstimpfung (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.02.2021
Die „beste Impfung gegen Covid-19“ – oder eine fragwürdige Therapie?
- Ist das Ziel dieser Zusammenarbeit mit Großbritannien, Erfahrung zu sammeln für den Ernstfall? Also eine Art Vorbereitung, wenn dann eine problematische Mutation auftaucht?
Genau. Das kann jeder machen, sowohl Curevac, Biontech, Moderna, als auch das Gamaleja-Institut. Der Adenovirus-Vektor wird genommen, und dort werden Varianten von diesem Antigen von Sars-Coronavirus-2 eingebaut. Mit den mRNA-Impfstoffen geht es ein bisschen schneller, wenn alles gut funktioniert, aber grundsätzlich kann das jeder.
Und angenommen, der ungünstige Fall tritt ein, und es kommt so eine Mutation. Müssten dann geimpfte Personen wieder von vorne durchgeimpft werden?
Dass ein Impfstoff ganz unwirksam wird, kann ich mir schwer vorstellen, das wäre ein Novum. Es gibt natürlich Evasionsmutationen, wo dann weniger Wirksamkeit besteht. Aber es ist nicht zu erwarten, dass die Viren sich so sehr ändern, dass gar nichts mehr geht. Das ist bei den Coronaviren unwahrscheinlich, aber selbst wenn es so wäre, würde wahrscheinlich eine Auffrischung reichen.
Der Unterschied zu einem Antibiotikum ist: Impfstoffe setzen an vielen verschiedenen Stellen an. Mit B-Zell-Epitopen und T-Zell-Epitopen, mit Antikörpern und der zellulären Immunabwehr. Das ist nicht nur eine einzige Stelle wie beim Antibiotikum, das an einer Stelle eines Erregers andockt und sich da verändert. Durch eine Punktmutation kann ein Antibiotikum deshalb von jetzt auf gleich völlig unwirksam werden. Bei den Impfstoffen braucht es schon sehr viel, damit man das überhaupt merkt.
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