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„Russland hat höchstes Potenzial für erneuerbare Energien weltweit“: Energiepolitiker Saathoff

© SNA / Kirill BragaSonnenwärmekraftwerk im Gebiet Wolgograd, Südrussland
Sonnenwärmekraftwerk im Gebiet Wolgograd, Südrussland - SNA, 1920, 12.02.2021
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Johann Saathoff, der Bundesregierung-Koordinator für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland, aber auch den Länder Zentralasiens und der Östlichen Partnerschaft, sieht in diesen Regionen ein enormes Potenzial an erneuerbaren Energien und setzt sich für die Zusammenarbeit auf dem Weg zur „grünen“ Energie ein.
Betrachtet man die Energiewende in einem internationalen Kontext, dann gibt es Platz für große Konzerne, aber auch für Bürgergesellschaften, wie der Energiepolitiker im Deutschen Bundestag, Johann Saathoff, meint.
„Russland allein hat das höchste Potenzial für erneuerbare Energien weltweit. Und Zentralasien ist eine Region, die vom Klimawandel betroffen ist. Das liegt in unserem gemeinsamen Interesse, erneuerbare Energien voranzutreiben und die Wirtschaft zu dekabonisieren“, sagte der deutsche Politiker während der Online-Diskussion bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Moskau im Rahmen des deutsch-russischen Jahres zu Wirtschaft und nachhaltiger Entwicklung zum Thema „Auf dem Weg zur ‘grünen‘ Energie“.
Die freiberufliche Journalistin Komila Nabijeva präsentierte beim Online-Treffen eine gleichnamige Studie, die auf Russisch und Deutsch veröffentlicht wurde. Nach Angaben der Autorin haben die Länder Südost- und Osteuropas, des Südkaukasus und Zentralasiens ein großes Potenzial für die Nutzung erneuerbarer Energien und für die Energieeinsparung. Die Entwicklung dieses Potenzials wird jedoch durch politische, finanzielle, technische und soziale Hindernisse behindert. Allerdings gibt es in der Region bereits eine Reihe erfolgreicher Initiativen und innovativer Praktiken, die mit Unterstützung von internationalen Akteuren den Übergang zu einer grünen Wirtschaft beschleunigen können.

Ein Feld der Zusammenarbeit

Doch Deutschland, ebenso wie die ganze Europäische Union, würde niemals bis 2050 die Energie mit erneuerbaren Energien für den industriellen Sektor selber produzieren können. Also sei Deutschland darauf angewiesen, dass erneuerbare Energien zugeliefert werden können, sagte der deutsche Energiepolitiker. Er sieht ein Feld der Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff, denn Wasserstoff werde künftig im Luftverkehr, bei der Stahlproduktion, in der chemischen Industrie eingesetzt.
Wasserstoff-Lager (Symbolbild) - SNA, 1920, 23.01.2021
Sauberer Wasserstoff für Deutschland mit Atomkraft aus Russland? – Exklusiv
„Es besteht großes Interesse daran, in einer gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen Deutschland, der Europäischen Union, Russland und den Ländern Zentralasiens und der Östlichen Partnerschaft gemeinsame Perspektiven zu entwickeln, unabhängig von den aktuellen Problemen, die wir vielleicht momentan miteinander haben. Russland hat ein enormes Potenzial an Wasserstofferfahrung, mit der man weiter arbeiten kann. Im Gebiet Murmansk (Nordwest-Russlands) soll Wasserstoff aus erneuerbaren Energien produziert werden. Dieser Wasserstoff soll nach Europa transportiert werden. Russland hat sich immer als zuverlässiger Lieferant von fossiler Energie bewiesen, über die letzten Dekaden egal wie schwierig das politische Verhältnis war. Es war immer ein zuverlässiger Partner. Man muss aber das Bewusstsein bekommen dafür, dass fossile Energie aus dem Markt gehen wird. Wenn wir 2050 uns klimaneutral aufstellen wollen, wird fossile Energie keine große Rolle mehr spielen“, so Johann Saathoff. Wasserstoff komme seinen Worten zufolge in Frage, nur wenn er aus erneuerbaren Energien produziert worden sei, nicht aber aus Atomenergie und nicht aus fossiler Energie wie beim Cracking von Erdgas oder Erdöl.

„Das Erforderliche und das Nützliche gemeinsam machen"

Der Weg der "grünen" Agenda ist laut dem stellvertretenden Staatsduma-Vorsitzenden für Energie, Waleri Selesnew, weltweit unumkehrbar. Die Weigerung, sie in Russland zu unterstützen, kann das Risiko eines Rückgangs des technologischen Fortschritts sowie des Exportpotenzials in den Regionen, die die Energiewende vollzogen haben, in sich bergen. Gleichzeitig merkte Selesnew an, Russland beabsichtige im Gegensatz zu Deutschland nicht, die Kernenergie aufzugeben.
Das Deutsch-Russische Jahr zu Wirtschaft und nachhaltiger Entwicklung sei ein guter Anlass, konkrete Pläne für die Zusammenarbeit auszuarbeiten und die Energiepolitik in die zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit mit reinzubringen, meint Johann Saathoff. „Wir sollten aus der Corona-Krise heraus starten, das Erforderliche und das Nützliche gemeinsam machen, um unsere Wirtschaft aufzubauen und diese Chance zu nutzen. Bei der Energiewende ist Platz für alle da. Wenn man die Energiewende in einem internationalen Kontext betrachtet, dann gibt es Platz für große Konzerne, aber auch für Bürgergesellschaften", fasste er zusammen.
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