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Irans Präsident von Biden enttäuscht: „Noch keinen guten Willen seitens der neuen Regierung gesehen“

© SNA / Alexej NikolskijIrans Präsident Hassan Rohani (Archivbild)
Irans Präsident Hassan Rohani (Archivbild) - SNA, 1920, 12.02.2021
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Irans Präsident Hassan Ruhani hat sich von der bisherigen Politik seines neuen Amtskollegen Joe Biden enttäuscht gezeigt und einen Kurswechsel der USA verlangt.
Irans Präsident Hassan Ruhani kritisiert die Haltung der neuen US-Regierung beim Atomstreit und den harten Sanktionen gegen den Iran. „Noch haben wir ja keinen guten Willen seitens der neuen Regierung gesehen“, sagte Ruhani am Donnerstag im Staatsfernsehen laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Biden solle umgehend die Politik des maximalen Drucks seines Vorgängers Donald Trump und vor allem die „kriminellen“ Sanktionen gegen den Iran beenden.
Trump war im Mai 2018 aus dem internationalen Atomvertrag ausgetreten. Mit harten Sanktionen und einer Politik des maximalen Drucks wollte er die Führung in Teheran dazu bewegen, ein Abkommen mit stärkeren und längerfristig geltenden Auflagen zu verhandeln.

Iran will keine weitere Eskalation

Ruhani habe mehrmals angedeutet, dass er im Atomstreit eine Lösung und keine weitere Eskalation wolle, berichtet die DPA. Er wolle außerdem einen Kollaps der Wirtschaft verhindern. Zugleich setzte der Iran eine Frist: Falls die USA sich bis Ende Februar nicht entscheiden und die Sanktionen nicht aufheben, werde die Führung einen anderen Weg einschlagen.
Rakete (symbolbild) - SNA, 1920, 09.02.2021
Iran könnte wegen westlichen Drucks Atomwaffen suchen – Spionagechef
Dann sollen beispielsweise die Inspektionen der UN-Atomenergiebehörde IAEA erheblich eingeschränkt werden. Nachdem die USA aus dem Atomabkommen von 2015 ausgestiegen waren, hat der Iran seinerseits mit einer höheren Urananreicherung und Lagerung gegen den Vertrag verstoßen. Nun soll das Land auch mit der Produktion von Uranmetall begonnen haben. Die neue US-Regierung hat den Iran aufgefordert, seine Auflagen aus dem Atomabkommen einzuhalten.

Bau und Nutzung von Atomwaffen unislamisch?

Für Verwirrung im Atomstreit sorgte zuletzt vor allem Irans Geheimdienstchef Mahmud Alawi. Dieser brachte in einem Fernsehinterview indirekt das Thema Atombombenbau ins Spiel, falls die lähmenden US-Sanktionen nicht umgehend aufgehoben werden.
Alawi behauptet, dass Bau und Nutzung von Atomwaffen laut einem Dekret des obersten iranischen Führers Ali Chamenei unislamisch und daher grundsätzlich verboten sind. „Aber wenn man eine Katze in eine Ecke drängt, könnte die anders reagieren als eine Katze, die nicht gedrängt wird“, sagte der Geheimdienstchef. Genauso sei es mit dem Iran, wenn auf das Land zu Unrecht Druck ausgeübt werde.
Die iranischen Medien kritisierten Alawi für diese Bemerkungen, weil dazu als Geheimdienstchef gar nicht befugt sei. Das Präsidialamt hat über einen Pressesprecher versichert, dass sich an dem Dekret des Führers nichts geändert habe. Aber auch die USA sollten dafür sorgen, dass es dabei bleibe, so der Sprecher auf Twitter.
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