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Wirtschaftsverbände reagieren bestürzt auf Corona-Beschlüsse

© AP Photo / Martin MeissnerLockdown in Essen
Lockdown in Essen - SNA, 1920, 11.02.2021
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Nach dem Corona-Gipfel gibt es deutliche Kritik an den Beschlüssen aus der Wirtschaft. Gastgewerbe und Mittelstand zeigen sich enttäuscht über die Corona-Beschlüsse zeigen - die Friseurbranche freut sich auf Öffnungen. In einigen Salons laufen die Telefone heiß.
Angesichts der von Bund und Ländern beschlossenen Lockdown-Verlängerung haben sich Wirtschaftsverbände enttäuscht gezeigt. Gastgewerbe, Tourismus, Mittelstand und Immobilienwirtschaft fehlen klare Perspektiven. Der Mittelstand beklagte „unverbindliche Versprechungen“ und der Handel vermisst den „versprochenen Plan zum Ausstieg aus dem Lockdown“. Die Friseurbranche atmet jedoch auf - ab dem 1. März dürfen Friseurinnen und Friseure wieder Hand anlegen.

Friseure atmen auf

Harald Esser, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur DPA:
„Eine ganze Branche atmet auf, endlich haben wir eine Perspektive und Planungssicherheit.“
Harald Esser
Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks
Für viele Inhaber der 80 000 Salons in Deutschland seien die Wochen der Schließung existenzbedrohend. Die Stimmung in der Branche sei angespannt gewesen, auch wegen einer Zunahme der Schwarzarbeit. Nun kann sich die Branche kaum retten vor Anfragen.
„Wir bekommen unzählige Mails und Anrufe - eigentlich will jeder Kunde schon in der ersten Woche drankommen“
Harald Esser
Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks
Eine Solinger Friseurmeisterin berichtete, dass sie am Mittwochabend zwei Stunden Sport gemacht und danach 150 Nachrichten von Kunden auf ihrem Handy hatte.
Ansprache von Friseurin aus Dortmund (Standfoto aus dem Facebook-Video) - SNA, 1920, 29.01.2021
„Wo sind eure Hilfen?“ - Verzweifelte Friseurin aus Dortmund sorgt mit Video für Aufsehen

Frust bei Hotels und Gaststätten

Im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) war die Stimmung deutlich gedämpfter: Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges bemängelte gegenüber DPA, dass es immer noch keine Öffnungsperspektive gebe: „Dass Hotels und Restaurants in dem vorliegenden Beschluss mit keinem Wort erwähnt werden, löst in der Branche Frust und Verzweiflung aus.“
Hartges sagte DPA:
„Wir haben nicht mit einem konkreten Öffnungsdatum gerechnet, aber definitiv mit einer Aussage, wann und unter welchen Voraussetzungen Hotels und Restaurants wieder Gäste empfangen dürfen.“
Ingrid Hartges
Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes
Die Branche erwarte spätestens zu den nächsten Beratungen am 3. März einen Fahrplan für den Re-Start des Gastgewerbes.

Einzelhandel will Ausstiegsplan

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warf der Politik Wortbruch vor.
„Die Politik hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht und bleibt in dieser für uns alle dramatischen Situation den vor Wochen versprochenen Plan zum Ausstieg aus dem Lockdown schuldig“
Stefan Genth
Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland
Viele Einzelhändler bringe das in eine ausweglose Lage. Jeder durch den Lockdown verlorene Verkaufstag kostet die Einzelhändler laut HDE Umsätze in Höhe von rund 700 Millionen Euro.

Tourismusbranche am Boden

Der Deutsche Tourismusverband kritisierte fehlende Perspektiven für die von der Krise hart getroffene Branche.
„Es ist kein Konzept, klein Plan, keine Strategie ersichtlich, wie es weitergehen soll“
Norbert Kunz
DTV-Geschäftsführer
Der Tourismus erwarte ein planbares, bundeseinheitliches und nachvollziehbares Konzept für den Neustart, dies sei auch in der vorhergehenden Bund-Länder-Runde angekündigt worden.
Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) Michael Frenzel, kritisierte: „Mehr als nüchternes Abraten vom Reisen fällt der Politik nach wie vor nicht ein.“ Der anhaltende Stillstand und die anhaltende Perspektivlosigkeit zermürbten und zerstörten die Tourismuswirtschaft.
Flughafen Frankfurt am Main während der Corona-Pandemie - SNA, 1920, 10.02.2021
Deutschland-Tourismus bricht im Corona-Krisenjahr ein
Die aktuell geltenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie werden grundsätzlich bis zum 7. März verlängert, wie sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder am Mittwoch geeinigt hatten. Damit bleiben etwa Hotels und Kneipen weiter dicht. Sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - also Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - bis dahin stabil unter 35 gesunken sein, sollen die Beschränkungen von den Ländern etwa im Einzelhandel schrittweise gelockert werden.
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