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„Seehofers Afghanen“ kehren nach Deutschland zurück

© REUTERS / Michaela RehleFlugzeug (Symbolbild)
Flugzeug (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.02.2021
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Fünf der im Juli 2018 am Geburtstag des Bundesinnenministers Horst Seehofers aus Deutschland abgeschobenen 69 Afghanen sind nach Angaben des ARD-Magazins Panorama nach Deutschland zurückgekehrt.
Damals hatte Seehofer durch einen scherzhaften Satz wenige Tage nach dem Flug der Afghanen für Aufsehen gesorgt und die Aufmerksamkeit auf die Schicksale der Abgeschobenen gelenkt: „Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 - das war von mir nicht so bestellt - Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden“.

Abgeschobene werden jetzt gebraucht

Panorama hat vier von ihnen in Bayern getroffen. Sie alle seien sehr froh, wieder in Deutschland zu sein. Gegenüber dem Magazin berichten sie auch von ihren Erfahrungen bei der Abschiebung.
Bevor sie nun zurückkamen, mussten sie ihre Abschiebekosten von bis zu 5000 Euro selbst tragen und bis zu zwei Jahre auf den Abschluss ihrer Visaverfahren warten. Das wäre ohne die Hilfe von Ehrenamtlichen und Spendern aus Deutschland nicht möglich gewesen.
Flüchtlinge aus dem Nahen Osten auf der griechischen Insel Lesbos (Archivbild) - SNA, 1920, 03.02.2021
42 Flüchtlinge aus Griechenland landen in Hannover
So hilft Josefine Steiger, die jahrzehntelang in leitender Position für die Industrie- und Handelskammer in Augsburg tätig war, ehrenamtlich bei der Rückkehr von Abgeschobenen in den deutschen Arbeitsmarkt. „Für diese einzelnen Fälle, wo die Rückkehr klappt, ist es schön. Aber es kostet unglaublich viel Arbeit. Es muss einen anderen Weg geben“, so Steiger.
Abschiebungen nach Afghanistan sind grundsätzlich umstritten. So plädieren sich die Grünen aufgrund der sich weiter verschlechternden Sicherheitslage, dem Erstarken der Taliban und der weiten Corona-Verbreitung in Afghanistan für einen generellen Abschiebestopp.
Auch Bayerns evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sprach sich zuletzt für einen Abschiebestopp aus. Dennoch startete am vergangenen Dienstag aus München die dritte Sammelabschiebung seit Dezember von Deutschland nach Kabul. Wegen der Corona-Pandemie wurde zuvor ein Abschiebestopp verhängt.
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