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Maori-Abgeordneter wehrt sich gegen Krawattenpflicht in Neuseelands Parlament

© REUTERS / TVNZDer Abgeordnete der Maori-Partei im neuseeländishcen Parlament Rawiri Waititi
Der Abgeordnete der  Maori-Partei im neuseeländishcen Parlament Rawiri Waititi  - SNA, 1920, 11.02.2021
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Ein Abgeordneter der Maori-Partei in Neuseeland hat sich mit seinem Anliegen durchgesetzt, auf die Krawattenpflicht im Parlament zu verzichten. Dabei hat er sich auf kulturelle Traditionen seines Volkes und den Kampf gegen die Unterdrückung berufen. Dies meldet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die „New Zealand Herald" am Donnerstag.
Demnach verwies Parlamentspräsident Trevor Mallard den Abgeordneten Rawiri Waititi am Dienstag wegen der fehlenden Krawatte des Saales. Der Vertreter der Urbewohner des Inselstaates argumentierte seine Weigerung, eine Krawatte anzulegen, damit, dass der Dresscode noch der Kolonialzeit entstamme.
Stattdessen trug der Maori-Politiker mit dem traditionell tätowierten Gesicht einen Hei-Tiki, ein typisches geschnitztes Maori-Ornament, um den Hals.

Ich habe die koloniale Krawatte abgenommen, als Zeichen dafür, dass sie weiter kolonisiert und die Maori-Rechte unterdrückt“, schrieb er auf Facebook.

Kakteen - SNA, 1920, 04.02.2021
Frau schmuggelt tausend Kakteen an ihrem Körper nach Neuseeland – mit gerichtlichen Folgen
Es sei „absurd“, wenn er aufgefordert werde, das Parlament zu verlassen, weil er sich entschieden habe, einen Hei-Tiki „als kulturelle Geschäftskleidung“ zu tragen, äußerte Waititi in Bezug auf die Verweisung.

Der Hei-Tiki ist die Krawatte meiner Wahl, er bindet mich an meine Vorfahren, mein Land und mein Volk.“

Am Mittwoch zeigte sich Waititi erneut mit seiner Maori-Halskette. Dieses Mal ließ Mallard ihn gewähren und erklärte, ein Ausschuss werde sich am Abend mit dem Thema befassen. Der Ausschuss sprach sich schließlich – obwohl nicht einstimmig, aber doch mit Mehrheit – dafür aus, auch die Geschäftskleidung anderer Kulturen als der britischen Tradition zuzulassen.
Das Thema löste in sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #no2tie eine heiße Diskussion aus. Einige User möchten das kulturelle Engagement von Waititi nicht ernst nehmen, während andere den Maori-Politiker in Schutz nehmen:
„Scheint so, als wäre es nur Show. Und sein Cowboyhut? Und der Anzug? Aber für die politische Zweckmäßigkeit ist die Krawatte natürlich am besten geeignet, und die Massen, die noch nie Machiavelli gelesen haben, finden das wunderbar“, äußerte der Nutzer theyucatanman.
„Ich weiß, dass viele sagen werden, dass es wichtigere Themen gibt, aber das Engagement gegen kulturelle Entfremdung beginnt oft mit Themen, die denen, die die Bedeutung kultureller Symbole nicht verstehen, unwichtig erscheinen“, schrieb ein Nutzer mit dem Nicknamen Doug.
2018 hatte die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern für Aufsehen gesorgt, als sie zu einem Abendessen im Buckingham Palace in London in einem Kahu huruhuru erschienen war – einem traditionellen Maori-Mantel, der mit Federn geschmückt ist und Anführern und Würdeträgern verliehen wird.
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