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Merkel: Corona-Mutanten können katastrophale Auswirkungen haben

© REUTERS / HANNIBAL HANSCHKEBundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag (Berlin, 11.02.2021)
Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag (Berlin, 11.02.2021) - SNA, 1920, 11.02.2021
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Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Entscheidung gegen einen festen Fahrplan für weitere Öffnungsschritte in der Corona-Krise verteidigt. Sie hält angesichts der Verbreitung von Mutanten des Coronavirus höchste Vorsicht für nötig.
„Wir gehen sozusagen mit dem Virus in einen Kampf, das ist unser Gegner”, sagte Merkel am Donnerstag im Bundestag.
„Und das Virus richtet sich nicht nach Daten, sondern das Virus richtet sich nach Infektionszahlen und nach Fragen, wie sich die Infektion ausbreitet”, zitiert die Deutsche Presse-Agentur Merkel.
Merkel erklärte, man müsse zunächst sehen, wie gut die Kontaktnachverfolgung funktioniere, wie die Corona-App und Aufstockungen in den Gesundheitsämtern sich auswirkten, was Teststrategien und bessere Schutzmaßnahmen brächten. Weitere Lockerungen dürften nicht zu einer neuen Welle führen, bei der das Virus die Oberhand gewänne und es einen exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen gäbe.

„Ich glaube nicht, dass das Hin und Her, einmal öffnen, einmal wieder schließen, für die Menschen mehr Berechenbarkeit bringt als ein paar Tage länger zu warten und sich den Überblick darüber zu verschaffen, dass man in einem kontinuierlichen Prozess wirklich auch öffnen kann”, sagte Merkel.

Für den 1. März, wenn Friseure wieder öffnen dürfen, gebe es die „gute Aussicht”, dass wieder eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bundesweit erreicht werde, sagte Merkel. Dann könne man über weitere Öffnungsschritte sprechen. Sie erklärte auch, warum dieser Schritt für eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 angepeilt werde. Während bei einem Wert von 50 im reformierten Infektionsschutzgesetz sehr weitreichende Beschränkungen vorgesehen seien, werde die Schwelle von 35 für weniger umfassende Einschränkungen genannt. Wenn die Inzidenz unter diese Schwelle sinke, gebe es Raum für erste Öffnungsschritte. "Ich glaube, das ist ein richtiger und wichtiger Ausblick.”
Bundeskanzlerin Angela Merkel, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und der Berliner Bürgermeister Michael Müller halten eine Pressekonferenz ab, nachdem sie einen Impfgipfel mit Impfstoffherstellern und den Ministerpräsidenten der Länder per Videokonferenz durchgeführt haben - SNA, 1920, 08.02.2021
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Corona-Mutanten können „katastrophale Auswirkungen” haben

Merkel hält angesichts der Verbreitung von Mutanten des Coronavirus höchste Vorsicht für nötig. „Noch ist nicht alles auserforscht, aber wir tun gut daran, an den Annahmen vieler Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland nicht zu zweifeln, wenn sie uns erklären, alle drei Mutationen sind deutlich aggressiver, also ansteckender, übertragen sich leichter als das Ursprungsvirus”, warnte Merkel. Darauf müsse man sich einstellen, um ein neues, exponentielles Wachstum der Infektionen zu verhindern. „So ist es in einigen europäischen Ländern bereits geschehen, die daraufhin eine zeitweilig dramatische Zunahme an Infektionsfällen erlebten, mit allen katastrophalen Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme.”

Mehr Tempo bei Corona-Impfungen

Merkel setzt nach Anfangsproblemen auf zusehends mehr Tempo bei den Corona-Impfungen in Deutschland. Sie verstehe, dass der Start der Impfkampagne angesichts riesiger Hoffnungen zunächst viele enttäuscht habe, sagte Merkel am Donnerstag im Bundestag. Das Impfen komme aber immer mehr in Schwung. Jede Woche und jeden Monat werde weitere Impfungen bringen - bis zum Ende des Sommers für jeden, der möchte. Dieses Ziel solle angesichts der zugesagten Mengen für schon zugelassene Mittel erreicht werden.
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Die Impfstoffe seien „ein Wendepunkt in der Pandemie”, der dank der Arbeit der Wissenschaft in Rekordgeschwindigkeit erreicht worden sei, sagte Merkel. Klar sei aber auch, dass die Impfungen in den nächsten Monaten noch keinen „Gemeinschaftsschutz” bringen könnten, sondern vorerst individuellen Schutz.
Die Kanzlerin verteidigte erneut das gemeinsame europäische Vorgehen bei der Impfstoffbeschaffung und mit regulären Zulassungsverfahren statt Notzulassungen. „In der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg halten wir Europäer zusammen.” Dies gelte politisch wie auch epidemiologisch. Kein kleines EU-Land müsse nun bei den Impfungen hinten anstehen.
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