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Lockdown: Brauereien müssen Bier in den Gully schütten

© REUTERS / ANDREAS GEBERTImpfstoff-Bier aus einer Münchner Braustätte
Impfstoff-Bier aus einer Münchner Braustätte - SNA, 1920, 11.02.2021
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Das möchte sich kein Brauer ausmalen: Das gute Bier wird in den Abfluss geschüttet. Mit den monatelangen Kneipenschließungen kommt aber immer mehr Fassbier an die Grenze des Haltbarkeitsdatums. In den Karnevalshochburgen trifft der Lockdown sogar das Hauptgeschäft.
Bier in den Gully schütten. Diese bittere Stunde rückt mit jedem weiteren Tag des wiederholt verlängerten Lockdowns für zahlreiche Brauer, Getränkehändler und Gastronomen in Deutschland näher. Denn an den eingelagerten Bierfässern tickt unerbittlich die Zeitbombe des Mindesthaltbarkeitsdatums. „Das ist der Alptraum“, sagt der Chef der Düsseldorfer Hausbrauerei „Füchschen“, Peter König der Nachrichtenagentur DPA. Etwa 2000 bis 3000 Liter Altbier werde er entsorgen müssen, das im Oktober abgefüllt wurde. „Das tut weh“, betont König. Ihm falle es schwer, im Geschäft zu sein, die Ruhe zu ertragen.

Millionenwerte werden in den Gully gekippt

Besonders Brauer, die auf den Ausschank und Feste ausgerichtet sind, müssten Bier im großen Stil vernichten, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele. Millionenwerte werden nach seinen Worten in den Gully gekippt. Weil Kneipen und Restaurants geschlossen sind und keine Großveranstaltungen über die Bühne gehen können, ist in den Fassbierabfüllungen der Brauereien das Licht aus. Und es kommt noch dicker - Großhändler bringen Fassbier zum Vernichten in der Brauerei zurück: „Das findet zurzeit überall in Deutschland statt“, sagt der Herausgeber des Branchenmagazins „Inside“, Niklas Other gegenüber DPA.
Ale Bier - SNA, 1920, 05.02.2021
„Herzzerreißender Verlust“: Britische Pubs vernichten fast 50 Millionen Liter Bier

Schaden wächst mit jedem Tag

Haltbarkeitsdauer sowie Dauer des Lockdowns sind Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Wie groß die vernichtete Menge ist, lässt sich laut Brauer-Bund nicht genau abschätzen. „Nicht alles Bier, das bisher zurückgeliefert wurde, musste vernichtet werden, und nicht alles Bier, das nicht getrunken wurde, wurde auch gebraut“, sagt Eichele. Brauer, Großhändler und Wirte seien vor dem zweiten Lockdown ab November zwar vorsichtig gewesen, erklärt Branchenexperte Other.
„Bis zum erhofften Ende des Lockdowns im Frühling werden es in Deutschland trotzdem einige Hunderttausend Hektoliter sein.“
In Deutschland scheint allerdings der zweite Lockdown durch seine längere Dauer das größere Problem zu sein. Immer mehr Produkte in gastronomiespezifischen Gebinden wie Fassbier überschritten in den Lagern das Mindesthaltbarkeitsdatum und würden damit unverkäuflich, sagt Vorstand Dirk Reinsberg vom Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels gegenüber DPA. Der Schaden für den Großhandel werde von Tag zu Tag größer. Aktuell stünden die Mengen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum Februar/März „im Feuer“. Sollte der Lockdown weiter gehen, kämen Vorräte hinzu.
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