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„Sanktionen haben nie funktioniert“: Schröder über Nord Stream 2 und Handelskrieg mit China

© SNA / Ilja Pitalew / Zur BilddatenbankGerhard Schröder
Gerhard Schröder - SNA, 1920, 10.02.2021
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Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat in einem Interview für das „Handelsblatt“ seine Hoffnung auf die Fertigstellung der Pipeline Nord Stream 2 sowie seine Ansicht zu den Beziehungen Europas zu Russland, China und den USA geäußert.

„Ich hoffe, dass das (die Verlegung der Pipeline – Anm. der Red.) bald zu Ende gebracht werden kann, das ist im Interesse Deutschlands und Europas“, sagte Schröder. „Das mit irgendeiner anderen Frage zu verknüpfen finde ich völlig falsch“, sagte er weiter.

Die Gas- und Öllieferungen seien selbst in Zeiten der Sowjetunion immer pünktlich erfolgt. Europa habe niemals Probleme mit Russland diesbezüglich gehabt, wie auch Russland keine Bezahlungsprobleme mit Europa. „Wieso soll sich da etwas ändern?“, sagte Schröder weiter.
Ihm zufolge sind in Russland 4000 bis 6000 deutsche mittelständische Unternehmen präsent. Bei der wirtschaftlichen Kooperation gehe es nicht nur um Öl und Gas, sondern auch um seltene Erden und besondere Edelmetalle. Auch aus geopolitischen Gründen solle die Brücke zu Russland nicht abgebrochen werden.
„Wir wissen doch aus unserer eigenen Geschichte: Immer dann, wenn wir ein gutes Verhältnis zu Russland hatten, war es friedlich auf diesem Kontinent, wenn es anders war, wurde es leicht unfriedlich bis hin zu Kriegen“.
Russland sei viel zu wichtig für die Lösung internationaler Konflikte, als dass Europa das außer Acht lassen dürfte, sagte Schröder. Er äußerte sich auch negativ über die Sanktionspolitik gegen Russland.
„Ich kritisiere, dass man versucht, mit Sanktionen Politik zu machen, das hat noch nie funktioniert und erst recht nicht im Verhältnis zu Russland“.
Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 nahe Wismar - SNA, 1920, 09.02.2021
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Angesichts der wirtschaftspolitischen Beziehungen zu den USA und China sagte Schröder, dass Europäer und Deutsche eigene Interessen vertreten müssen und sich nicht in Auseinandersetzungen hineinziehen lassen sollten. Deutschland könne sich eine Teilnahme an einem Handelskrieg mit China überhaupt nicht leisten. Der Markt in China sei sehr wichtig nicht nur für die deutsche Automobil-Industrie sondern auch für mittelständische Unternehmen.
Schröder zufolge wird der Ton unter dem neuen US-Präsidenten verbindlicher werden, was bei der Lösung verschiedener Probleme helfen könnte. „Der Still wird sich ändern, ob sich der Inhalt wirklich ändert, wird man sehen müssen.“
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