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Entrüstung um Querdenken-Berichterstattung – „Nordkurier“-Chefredakteur stellt sich hinter Autorin

© REUTERS / FABIAN BIMMERCorona-Skeptiker bei Protest-Aktion in Bremen (Archivbild)
Corona-Skeptiker bei Protest-Aktion in Bremen (Archivbild) - SNA, 1920, 10.02.2021
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Wie soll, wie darf über die Querdenken-Bewegung und all jene, die aus irgendeinem Grund nicht mit den staatlich verhängten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einverstanden sind, berichtet werden? Die Brisanz dieser Frage zeigt sich aktuell beim „Nordkurier“.
Durch ihre Berichterstattung zum Thema hat sich Textchefin Simone Schamann jede Menge Ärger eingehandelt. Nicht etwa wegen falscher Tatsachenbehauptungen oder einer verzerrenden Darstellung, sondern weil sie das gemacht hat, was ein Journalist eigentlich immer tun sollte: neutral berichtet. Das zumindest sagt der Chefredakteur des „Nordkuriers“, Jürgen Mladek.
Wiederholt würden Journalisten und andere User auf Twitter die „Kaltstellung“ von Schamann fordern, so Mladek. Man störe sich daran, dass die „Nordkurier“-Autorin auch den Querdenkern zuhöre und ihren Standpunkt beschreibe, „ohne den für viele Menschen offenbar unverzichtbar gewordenen Haltungs-Disclaimer“. Man finde kaum Beiträge über Maßnahmen-Kritiker, „die nicht tugendhaft signalisieren, dass die Maßnahmen-Kritiker für diese Journalierenden allesamt und selbstredend komplett verschwurbelte rechte Irre sind“, schreibt Chefredakteur Mladek. Schamann stimme nicht in den Chor mit ein, der diejenigen für lächerlich oder gefährlich halte, der die Wirksamkeit und Angemessenheit der Einschränkungen von Grundrechten anzweifelten.
„In bester Generalsverdachtsmanier wird zudem suggeriert, eine viele Tausend Köpfe zählende Bewegung sei staatsfeindlich, weil einige ihrer Anhänger es möglicherweise sind. So wird demokratischer Protest sabotiert und das Regierungshandeln als – wieder mal – alternativlos geframed“, so Mladek weiter.
Es sei verdienstvoll, dass umfassend recherchiert und beschrieben worden sei, dass bei Querdenken und anderswo Rechte mitmarschierten. Die pauschale Stigmatisierung der Kritiker sei jedoch unredlich.
Schmanns Veröffentlichung zum geleakten Papier des Bundeskriminalamtes (BKA), wonach nicht die Teilnehmer der Querdenken-Demonstrationen, sondern linke Gegendemonstranten als gefährlich eingestuft wurden, hätte „maßlose Angriffe auf ihre Person und berufliche Qualifikation, inklusive Denunziation beim Arbeitgeber“ zur Folge gehabt. Die Autorin habe angeblich den Inhalt des Dokuments falsch interpretiert. Dabei habe die Amadeu-Antonio-Stiftung auf ihrer Plattform „Belltower“ kurze Zeit später exakt die gleiche Interpretation des Papiers geliefert, betont Mladek. Der Shitstorm sei jedoch ausgeblieben, weil im „Belltower“-Bericht behauptet worden sei, das BKA habe offenbar keine Ahnung.
Corona-Pandemie (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.02.2021
Angepasst, unkritisch, verzerrend – ÖR-Insider über Corona-Berichterstattung in den Leitmedien
„Dafür gibt es dann Extra-Applaus aus dem Tugend-Schaufenster Twitter. Und genau darum geht es im Kern auch bei der 'Kritik' am Nordkurier und seiner Textchefin: Die eigene Moral-Marke öffentlich zu schärfen. Es waren nicht die vermeintlichen handwerklichen Fehler der Kollegin, die den Sturm der Entrüstung auf Twitter auslösten, sondern es war die Tatsache, dass sie es gewagt hat, über das BKA-Papier und manches andere ohne das fast schon obligatorisch gewordene Framing von den 'bösen irren Querdenkern' zu berichten.“
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