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Chef des Olympia-Organisationskomitees frauenfeindlich? Mori erntet Sturm der Entrüstung

© REUTERS / KIM KYUNG-HOONOrganisationschef von Olympischen Sommerspielen in Tokio Yoshiro Mori
Organisationschef von Olympischen Sommerspielen in Tokio Yoshiro Mori - SNA, 1920, 09.02.2021
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Nachdem sich Olympia-Organisationschef Yoshiro Mori abfällig über Frauen geäußert hatte, sind seine Aussagen von höchster Stelle verurteilt worden. Sie passen so gar nicht mit der Agenda des IOC zusammen, das um Geschlechtergerechtigkeit bemüht ist.
Mit abfälligen Bemerkungen über Frauen hat Olympia-Organisationschef Yoshiro Mori einen Sturm der Entrüstung geerntet. Der 83-Jährige hatte bei einer Online-Vorstandssitzung des Organisationskomitees gesagt, Frauen hätten einen starken Sinn für Rivalität. „Wenn eine von ihnen ihre Hand hebt, denken sie wahrscheinlich, dass sie auch etwas sagen müssen. Und dann sagt jeder was“, so Mori.
Das Organisationskomitee hatte diese Aussage als unangemessen bewertet und sein Bekenntnis zur Gleichstellung der Geschlechter bekräftigt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) teilte am Dienstag mit, Moris Äußerung sei „absolut unangebracht und im Widerspruch zu den Verpflichtungen des IOC und den Reformen seiner Olympischen Agenda 2020“.
Um Schadensbegrenzung bemüht, verwies das IOC im Weiteren auf seine Errungenschaften in puncto Gleichstellung. So würden die Spiele von Tokio mit einem Frauenanteil von 49 Prozent die ersten Olympischen Spiele in der Geschichte werden, in denen Geschlechtergerechtigkeit herrschen werde. Ebenfalls zum ersten Mal seien alle 206 Nationalen Olympischen Komitees aufgefordert, mindestens einen weiblichen und einen männlichen Sportler in den jeweiligen Olympia-Teams an Bord zu haben. Zudem habe das IOC nun erlaubt, dass bei der Eröffnungszeremonie die Nationalflaggen von einem weiblichen und einem männlichen Athleten hereingetragen werden.
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Frauen in der Chefetage

Mit Tegla Loroupe, der ersten afrikanischen Frau würden im Amt der Missions-Chefin des Flüchtlings-Olympia-Teams die Belange von Flüchtlingen und Frauen vorangebracht. Auch der Posten des Ersten Vize-Präsidenten der Olympischen Spiele von Tokio werde mit Anita De Frantz von einer farbigen Frau bekleidet. In der Athletenkommission stellen laut IOC Frauen inzwischen die Mehrheit; sie sind sowohl im Exekutiv-Komitee stark vertreten als auch in der Verwaltung mit 53 Prozent dabei.
Als Reaktion auf die Kritik hatte der frühere Ministerpräsident Mori um Entschuldigung gebeten und seinen Rücktritt in Aussicht gestellt, sollte der Druck zu groß werden. Nach einem Bericht des japanischen Senders NHK ist die Sache damit aber noch nicht gegessen: Das Organisationskomitee habe für Freitag eine Sondersitzung einberufen.
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