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Hoffen auf heilsame Hirntumor-Therapie: Russische Krebsärzte koppeln Primatenhirn ab

© SNA / Konstantin MichaltschewskijArzt bei Entfernung eines Hirntumors (Archivbild)
Arzt bei Entfernung eines Hirntumors (Archivbild) - SNA, 1920, 09.02.2021
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Um den Hirntumor eines Mantelpavians zu therapieren, haben sich russische Ärzte an eine bislang nie angewandte Methode gewagt. Damit ein Präparat direkt in die Krebszelle im Gehirn des Menschenaffen gelangen konnte, wurde das Organ vom Blutkreislauf abgekoppelt. Das Verfahren könnte neue Wege in der Humanmedizin eröffnen.
Bei der Organtransplantation wird die Methode der isolierten Perfusion seit Langem angewandt, bei der Krebstherapie bislang aber nicht. Russische Wissenschaftler vom Forschungsinstitut für medizinische Primatologie in Sotschi haben das Verfahren auf die Behandlung von Hirntumoren übertragen und versprechen sich davon nicht weniger als „eine wirksame Therapie von Hirntumoren“.
Das Verfahren besteht, vereinfacht dargestellt, darin, das Gehirn vom Blutkreislauf abzukoppeln, um ein Zytostatikum direkt in den Tumor einzubringen.
„Das Organ wurde aus dem Blutkreislauf herausgetrennt. Das heißt, im Zuge der OP war es am Zu- und Abfluss des Blutes nicht beteiligt. Erst war ein Gerät zur künstlichen Perfusion zwischengeschaltet worden, und dann wurde über ein Gefäß am Hals ein hochtoxisches Krebspräparat unmittelbar ins Gehirn eingebracht. Die isolierte Durchblutung hat es den Ärzten ermöglicht, direkt auf den Tumor einzuwirken“, erklärte Krebsforscher und Projektleiter Andrej Kaprin nach der gelungenen Operation.
Das Wichtigste ist laut dem Wissenschaftler, dass das Hirngewebe den Eingriff unbeschadet übersteht. Im Moment geht es darum festzustellen, ob die kognitiven Funktionen des Gehirns erhalten geblieben sind und ob die Toxizität im abgekoppelten Gehirn ein verträgliches Maß erreicht hat. Sobald dies der Fall ist, kann das Organ wieder in den Blutkreislauf eingeschaltet werden.
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Künftig könnte dieses Verfahren auch in der Humanmedizin zur Anwendung kommen, sagte Kaprin. Dies sei der Zweck dieser Versuchsoperation am Primatenhirn. Daraus könnte eine Methode zur Behandlung schwerzugänglicher Tumoren im Hirn und am Hals unter minimaler Einwirkung toxischer Substanzen auf die gesunden Organe des Patienten entwickelt werden.
„Nur an einem Primaten können wir erkennen, ob der Eingriff die kognitiven Funktionen des Gehirns beeinflusst hat. Dafür werden dem Menschenaffen vor der Operation bestimmte Fähigkeiten antrainiert, um diese nach der OP im Vorher-nachher-Test zu vergleichen. Ein Primat ist in dieser Hinsicht gewissermaßen ein Abbild des Menschen“, erklärte der Krebsforscher. 
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