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Grünen-Fraktionschef: Globale Impfkampagne liegt auch im deutschen Interesse

© REUTERS / HENDRIK SCHMIDTImpfung in Deutschland
Impfung in Deutschland - SNA, 1920, 08.02.2021
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Der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Anton Hofreiter, fordert eine globale Impfkampagne gegen das Coronavirus, berichtet dpa.
Im Gespräch mit der Zeitung „Die Welt“ (Montag) sagte der promovierte Biologe, eine weltweite Bekämpfung sei ein Gebot globaler Gerechtigkeit und liege im deutschen Interesse. „Sonst schwappen die Mutanten zurück. Das würde zu einem ewigen Zirkel führen.“
Hofreiter betonte: „Wir müssen schneller impfen, als das Virus mutiert. Es macht einen Unterschied, ob die Welt bis Ende 2022 durchgeimpft ist oder, wie es jetzt aussieht, erst 2024. Das wäre zu spät.“

Billionen Möglichkeiten zur Mutation

Hofreiter warnte auch vor vorschnellen Lockerungen. „Wir müssen erst ein klares Bild von der Verbreitung der mutierten Viren haben. Ich warne deshalb davor, übereilt zu handeln. Sonst bekommen wir nach der zweiten ganz schnell eine dritte Welle.“
Impfkampagne in Deutschland (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.02.2021
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Es sei im vergangenen Sommer klar gewesen, dass eine zweite Welle kommen würde, wenn man nicht aufpassen sollte, so Hofreiter. „Da ist zu wenig vorbereitet worden. Schon damals hätte man mehr Schnelltests besorgen, mehr Luftfilter in Schulen verbauen sollen. Auch das Personal der Gesundheitsämter hätte aufgestockt werden müssen. Im Herbst hätte es dann frühere Beschränkungen gebraucht, um die Kontrolle über das Virus nicht zu verlieren“, kritisierte der Abgeordnete.
Es gebe weltweit Millionen an Covid-19-Kranken. Das bedeute aus biologischer Sicht auch Billionen Möglichkeiten zur Mutation. „Bisher hatten wir Glück. Der US-Impfstoff schützt auch vor der Variante aus Südafrika. Aber das kann sich alles ändern. Es können sich auch Varianten entwickeln, gegen die uns der bisherige Impfstoff nicht schützt.“

Weltweiter Impfplan notwendig

Die Frage, ob es einen weltweiten Impfplan brauche, bejahte Hofreiter. „Das wäre eine Aufgabe für die G20.“ Deutschland solle das mit auf den Weg bringen. „Wir brauchen 6,2 Milliarden Dosen, dann wären 80 Prozent der Weltbevölkerung geimpft.“ Es gebe weltweit die vier großen Impfstoffhersteller: Merck, Serum Institute of India, Sanofi und GSK. Diese müssten jetzt stark in die Produktion von Impfstoffen einbezogen werden und rasch umrüsten. Auch neue Anlagen seien zu finanzieren.
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