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Deutsch-Russische Städtepartnerkonferenz: Botschaft der Verständigung am Rande neuer Sanktionen

© Foto : Deutsch-Russisches ForumMatthias Platzek am DRF
Matthias Platzek am DRF - SNA, 1920, 07.02.2021
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Das Deutsch-Russische Forum hat mit der Organisation der 16. Städtepartnerkonferenz in der russischen Stadt Kaluga begonnen. Die regionale Partnerschaft hilft den Beziehungen über Hindernisse hinweg, meint der Chef des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck.
Obwohl die Konferenz erst im Juni stattfindet, sei es jedoch zu früh, das in der letzten Zeit bereits gewohnte Online-Format aufgrund von Covid-Einschränkungen auszuschließen, so die Organisatoren. Dennoch arbeiten sie bereits jetzt unermüdlich daran, Format und Inhalte den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Diese Konferenzen bleiben eine der wenigen, die freundschaftliche Kontakte zwischen den Zivilgesellschaften Russlands und Deutschlands pflegen.
„In Zeiten, in denen es auf der politischen Ebene schwierig wird, können die Beziehungen zwischen Städten und Gemeinden über manche Hindernisse hinweghelfen. Kommunale und regionale Partnerschaften sind Botschafter der Verständigung”, meinte Matthias Platzeck, Chef des Deutsch-Russischen Forums, zu den Städtepartnerschaften.
Heute ist das gegenseitige Verständnis erheblich reduziert. Weitere antirussische EU-Sanktionen werden nach der Inhaftierung Nawalnys diskutiert. Der oppositionelle Blogger wurde wegen Verstoß gegen die Bewährungsstrafe zu einer echten Haftstrafe verurteilt. Matthias Platzeck hält die Verschärfung der Sanktionen, wie Sanktionen überhaupt, „nicht für zielführend“ und fordert die Europäische Union auf, über die Perspektive nachzudenken.
„Wir müssen hier in Dimensionen und Zeithorizonten von 10, 20, 30 Jahren denken. Wir machen das als Deutsch-Russisches Forum seit 25 Jahren und wir merken ja auch, dass sich in der Zivilgesellschaft etwas tut. Da geht nichts schnell. Aber wo wir mit Russland vorankommen, ist da, wenn wir auf Augenhöhe Gesprächskontakte halten, wenn wir uns mühen. Das ist ein langer, langer Weg, aber er wird sich irgendwann positiv auszahlen. Sanktionen werden uns kurzfristig befriedigen, weil wir denken, jetzt haben wir was gemacht, jetzt haben wir ein Zeichen gesetzt, aber das wird weder für die Entfaltung der russischen Gesellschaft noch für das Verhältnis zwischen Russland und Deutschland oder Russland und Europa irgendwas wirklich Positives bewirken, sondern ganz im Gegenteil wahrscheinlich zu einer Abschottung und zu einer weiteren Verhärtung der Situation in Russland selber führen“, sagte Matthias Platzeck im Deutschlandfunk.
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Maas: „Wollen Gesprächsfaden zu Russland nicht abreißen lassen”
Eine Botschaft der Verständigung wollen die Organisatoren auch auf der 16. bilateralen Konferenz in Kaluga vom 28. bis 30. Juni 2021 vermitteln. Unter dem Motto „Kommunale und regionale Verbindungen stärken – Horizonte erweitern“ werden Plenarsitzungen und Arbeitsgruppen geplant, das gemütliche Miteinander am Abend sowie ein Jugendforum im Vorfeld der Konferenz. Deutsche und russische Jugendliche entwickeln in unterschiedlichen Workshops gemeinsam Projekte und suchen nach Wegen und Möglichkeiten, gerade in politisch unruhigen Zeiten den gemeinsamen Dialog nicht abreißen zu lassen und weiter auszubauen. Das Treffen der Städtepartner in diesem Jahr wird in Kooperation mit der Deutschen Botschaft Moskau und dem Goethe-Institut mit dem Deutschlandjahr in Russland verknüpft.
Bereits seit 1969 pflegen Kaluga und Suhl eine aktive Partnerschaft, die anlässlich des 50-jährigen Jubiläums 2019 feierlich begangen wurde. Kaluga liegt ca. 180 Kilometer südwestlich von Moskau und ist ein wichtiger Forschungs- und Industriestandort. Die Stadt ist durch eine hohe Konzentration von deutsch-russischen und internationalen Unternehmen bekannt. Neben den traditionell stark vertretenen Branchen Maschinenbau und Metallverarbeitung, Lebensmittel- und Leichtindustrie, Elektroenergieindustrie und Baustoffindustrie wurde die Wirtschaftsstruktur in den vergangenen Jahren maßgeblich durch die Ansiedlung zahlreicher ausländischer Automobilunternehmen und Zulieferer geprägt und weiterentwickelt.
Die Städtepartnerkonferenzen fanden seit 30 Jahren abwechselnd in Deutschland und Russland statt: in Jekaterinburg, Hamburg, Wolgograd, Rothenburg ob der Tauber, Uljanowsk, Karlsruhe, Baden-Baden, Krasnodar und im Kreis Düren.
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