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Immer mehr Bedrohungen gegen Politiker durch Corona-Kritiker – BKA-Präsident

© AP Photo / Michael SohnProteste gegen Corona-Maßnahmen am 18. November 2020
Proteste gegen Corona-Maßnahmen am 18. November 2020 - SNA, 1920, 06.02.2021
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„Immer häufiger registrieren wir Angriffe auf Journalisten. Die Emotionalisierung ist groß“, sagte BKA-Präsident Holger Münch gegenüber dem „Spiegel“.
„Wir sehen mit Sorge, dass die Zahl der Bedrohungen und Anfeindungen stetig zunimmt. Das betrifft Politiker, aber auch andere Personen wie etwa Virologen, die während der Pandemie in den Medien besonders präsent sind“, so Münch. Deshalb habe das BKA seine Schutzkonzepte in enger Abstimmung mit den Ländern angepasst.
Laut Münch befinden sich Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, aber auch Teilnehmer der Reichsbürgerbewegung und Rechtsextremisten unter den Querdenkern. „Es gibt also eine Nähe zu Radikalen, aber bislang keine Unterwanderung der kompletten Protestbewegung.“
Münch betonte, dass die Politik ihre Maßnahmen gut erklären müsse. „Auch die Unterstützung für Menschen, die wegen Corona wirtschaftlich in Not geraten sind, stabilisiert die Gesellschaft.“
Laut dem BKA-Präsidenten sei die Zahl von politisch motivierten Straftaten, darunter auch der fremdenfeindlichen, rassistischen und antisemitischen Delikte, im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.
Proteste gegen Infektionsschutzgesetz vor dem Bundestag in Berlin am 18. November 2020 - SNA, 1920, 20.01.2021
Experten warnen vor Spaltung in Corona-Leugner und Lockdown-Fanatiker
Durch die Corona-Pandemie haben manche Kriminalitätsbereiche einen Rückgang erfahren, andere erlebten einen Aufschwung. „Besonders während der Lockdown-Monate sind Tatgelegenheiten für Kriminelle entfallen. Wenn die Menschen zu Hause bleiben, ist etwa ein Wohnungseinbruch riskanter. Und wenn es keine Menschenansammlungen gibt, haben Taschendiebe keine Chance“, so Münch.
Er sagte zugleich: „Kriminelle sind leider anpassungsfähig und verlagern ihre Taten dahin, wo die Menschen während des Lockdowns noch präsenter sind, nämlich ins Netz.“ Münch betonte, dass die Cyberkriminalität im vergangenen Jahr erheblich zugenommen habe.
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