Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Olympia-Boykott wegen Menschenrechtslage in China? DOSB-Präsident Hörmann ist dagegen

© REUTERS / TINGSHU WANGOlympia-Turm in Peking
Olympia-Turm in Peking - SNA, 1920, 04.02.2021
Abonnieren
Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, hält nichts von einem Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Internationale Menschenrechtsgruppen und mehrere US-Politiker hatten entsprechende Forderungen gestellt. Grund sei Chinas Umgang mit den Uiguren und anderen Minderheiten.
Ein Jahr vor Beginn der Olympischen Winterspiele von Peking werden immer mehr Stimmen laut, die einen internationalen Boykott der Olympiade aufgrund der Menschenrechtssituation in China fordern. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, sieht darin kein geeignetes Mittel. Gegenüber dem TV-Sender Sky Sport News sagte Hörmann:

„Irgendwelche Boykott-Aktivitäten, das hat die Vergangenheit gezeigt, bringen an dieser Stelle wenig bis nichts. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass wir diesen Weg gehen, sondern versuchen eben über unsere Aktivitäten auf diese Themen aufmerksam zu machen und auch gekonnt zu reagieren.“

Natürlich beobachte man mit Sorge, was in China passiere. Dennoch sei ein Boykott der Spiele kein geeigneter Weg, denn darunter würden zuallererst die Athleten leiden.
180 internationale Menschenrechtsgruppen und Vertreter von Minderheiten in China fordern in einem gemeinsamen Appell die Staatengemeinschaft auf, die Spiele zu boykottieren. „Alles andere wird als Unterstützung der autoritären Herrschaft und der unverhohlenen Missachtung von Bürger- und Menschenrechten durch die Kommunistische Partei Chinas angesehen“, erklären sie in dem Offenen Brief. Auch sieben republikanische US-Senatoren haben in Washington dazu aufgerufen, Peking 2022 zu boykottieren. Sie verwiesen auf die Verfolgung von Uiguren und Tibetern sowie Chinas Drohungen gegenüber Taiwan. Senator Rick Scott brachte dazu eine Resolution im Senat ein.
Die Olympischen Winterspiele 2018  in der südkoreanischen Region Pyeongchang  - SNA, 1920, 17.12.2020
Sportrichter verhängen zweijährige Olympia-Sperre für Russland
Human Rights Watch hatte das IOC aufgefordert, bis zum 4. Februar 2021 zu überprüfen, inwieweit China die Selbstverpflichtung zur Förderung der Menschenrechte umgesetzt hat. Sophie Richardson, China-Direktorin bei Human Rights Watch, zog nun eine ernüchternde Bilanz:

„Das IOC weiß, dass die chinesischen Behörden Uiguren und andere Muslime willkürlich einsperren, die staatliche Überwachung ausweiten und viele friedliche Kritiker zum Schweigen bringen. Dass es Pekings schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen nicht adressiert, macht aus seinen Selbstverpflichtungen und Behauptungen, die Olympischen Spiele seien eine ‚Kraft für das Gute‘, eine Lachnummer.“

2015, als die Olympischen Winterspiele 2022 an China vergeben worden seien, habe Human Rights Watch bereits große Bedenken hinsichtlich der Menschenrechtslage geäußert und das IOC aufgefordert, effektive und unabhängige Monitoring-Mechanismen zu schaffen, die etwaige Rückschritte bei Arbeiterrechten, Pressefreiheit und Diskriminierung beobachten und melden sollten. 2017 habe das IOC in die Anforderungen an die Ausrichtungsstädte zusätzliche Menschenrechtsrichtlinien aufgenommen. Dennoch gebe es keinen sichtbaren Beleg dessen, dass das IOC auf China Druck ausgeübt hätte, in puncto Menschenrechte seinen Verpflichtungen nachzukommen, so Minky Worden von Human Rights Watch.
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала