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Greift Covid-19 männliche Fruchtbarkeit an?

Arzt (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.02.2021
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Die Spermienzahl und Beweglichkeit nach einer Covid-19-Erkrankung liegt in einem „abnormalen“ Bereich. Das hat eine kleine Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen gezeigt. Ob das ein temporärer Effekt ist und ob wirklich das Virus selbst für das Problem verantwortlich ist, ist bislang aber nicht geklärt.
Ist die männliche Fruchtbarkeit durch Covid-19 bedroht? Zumindest temporär scheint dies der Fall zu sein, wie eine Studie von der Justus-Liebig-Universität in Gießen zeigt, die in der Fachzeitschrift "Reproduction" erschienen ist. Schon aus früheren Studien war bekannt, dass das Virus auch die Hoden befallen kann, aber die Forscher aus Gießen wollten es genauer wissen.
Sie untersuchten deswegen eine Gruppe von 84 nachweislich mit Covid-19 infizierten Männern und 105 gesunde Probanden im entsprechenden Alter über einen Zeitraum von bis zu 60 Tagen. Alle Männer wurden vorher als fruchtbar eingestuft, solche mit Vorerkrankungen oder Anzeichen von Fruchtbarkeit ausgeschlossen. Wenn man den Krankenhausaufenthalt mitzählt, kamen die Forscher sogar auf fast 74 Tage – da Spermienzellen in etwa so lange brauchen, um sich neu zu bilden, konnte also der gesamte Prozess verfolgt werden.
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Das Ergebnis: Deutlich schlechtere Ergebnisse bei Entzündungsmarkern und oxidativem Stress sowie eine niedrigere Konzentration und Beweglichkeit der Spermien. Der Forscher Behzad Maleki schließt daraus, dass die Qualität der Spermien und damit auch die Fruchtbarkeit verringert ist. Schädigt SARS-CoV-2 etwa Gewebe in den Hoden? Maleki betont gegenüber SNA-News: „Die berichteten Auswirkungen könnten auch mit der Behandlung der Erkrankung, mit Fiebern und anderen Veränderungen im Körper zusammenhängen.“
Auch schien sich die Spermienqualität gegen Ende der Untersuchung zu verbessern. „Allerdings blieben die Störungen bei den Covid-19-Patienten weiterhin signifikant und abnormal erhöht“, so Maleki. Um das zu lösen, müssten laut dem Forscher längere Studien durchgeführt werden. Außerdem müsste mit präziseren Definitionen der männlichen Reproduktionsfähigkeit gearbeitet werden, um die Schlüsse, die aus der Studie gezogen wurden zu bestätigen. „Unser Team wird nun die Langzeitfolgen des Virus auf Spermienzellen untersuchen“, bemerkt Maleki.
Er empfiehlt Frauen mit Kinderwunsch, deren Partner sich gerade von der Erkrankung erholen, mit der Empfängnis zu warten, bis ein Spezialist die Spermienqualität untersucht hat.
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