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Sputnik V weltweit auf dem Vormarsch

© SNA / Timur BatyrschinDer russische Corona-Impfstoff Gam-Covid-Vak (Sputnik V)
Der russische Corona-Impfstoff Gam-Covid-Vak (Sputnik V) - SNA, 1920, 03.02.2021
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Endlich ist sie da. Die wissenschaftliche Bestätigung „aus dem Westen“: Sputnik V, der russische Corona-Impfstoff ist sehr sicher. Viele Länder weltweit waren schon vorher überzeugt – die Zulassungen und Bestellungen des russischen Vektor-Impfstoffs ziehen an. Derweil wird in Russland selbst noch recht wenig geimpft.
Selbst der „Spiegel“ kam nicht umhin, in einem Artikel am Dienstag einzuräumen, dass der weltweit als erstes zugelassene Corona-Impfstoff Sputnik V aus Russland sehr gut ist. Dies wurde zuvor von unabhängigen Experten, vor allem aus Großbritannien, bestätigt und in der „Bibel“ der Medizinwelt, dem Fachjournal Lancet publiziert.

Zulassung von Sputnik V in der EU?

Die Mediziner hatten die Studienergebnisse zu rund 20.000 in der sogenannten Phase 3 mit Sputnik V geimpften Probanden ausgewertet und dem russischen Vakzin eine Schutzwirkung vor Erkrankung an Covid-19 von 91,6 Prozent bescheinigt. Damit liegt der russische Impfstoff auf einem Niveau mit dem derzeit führenden Vakzin von Biontech/Pfizer und noch vor den anderen bereits zugelassenen Impfstoffen. Außerdem zeigten sich ausgesprochen geringe Nebenwirkungen. Damit sollte auch die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema), die die zentrale Empfehlung zur Zulassung eines Impfstoffes in der EU ausspricht, genug wissenschaftliche Daten haben, um den Prüfprozess des russischen Vakzins voranzutreiben. Angesichts der Lieferengpässe der anderen Impfstoffanbieter wäre dies sicher im Interesse der EU.

Weltweiter Run auf Sputnik V

Allerdings ist nicht garantiert, dass Russland im Falle einer Zulassung in der EU noch Impfstoff für die Europäer übrig hat. Anderer Länder haben sich schon länger von der Qualität des russischen Impfstoffs überzeugt und bestellen eifrig. Aktuell hat Mexiko dem russischen Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung erteilt und direkt 24 Millionen Dosen bestellt.
Ein Mediziner hält eine Durchstechflasche mit dem russischen Corona-Impfstoff Sputnik V, Moskau, 18. Januar 2021  - SNA, 1920, 02.02.2021
Impfstoff für die Menschheit: Wirksamkeit von 91,6 Prozent bei Sputnik V in „The Lancet” bestätigt
Sputnik V, der im August weltweit als erster Corona-Impfstoff in Russland zugelassen wurde, ist inzwischen bereits in sechzehn Ländern zugelassen: in Belarus, Argentinien, Serbien, Bolivien, Algerien, Venezuela, Paraguay, Turkmenistan sowie in Ungarn, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Pakistan, Kasachstan, Iran, Guinea, Tunesien und Armenien. 35 weitere Länder haben Sputnik V bestellt, darunter Indien, Brasilien, Südkorea und die Türkei. Russland plant Produktionsstätten in Indien, Brasilien und Südkorea. Im Unterschied zu den empfindlichen Produkten von Biontech und Moderna, muss Sputnik nicht tiefgekühlt gelagert werden und ist einfacher zu transportieren.
Der Russische Fond für Direktinvestitionen (RDIF), der die Entwicklung und Herstellung von Sputnik V finanziert, sieht deshalb insgesamt mehr als 50 Länder als Absatzmärkte, vor allem in Lateinamerika, Asien und Afrika, aber auch in der Europäischen Union (EU). Insgesamt geht der RDIF für 2021 von einem Bestellvolumen von 700 Millionen Dosen für Sputnik V aus.

Wer bestellt noch Sputnik V auf eigene Faust in der EU?

Nachdem Russland am 19. Januar eine EU-Zulassung für seinen Impfstoff beantragt hatte, ließ ihn Ungarn als erstes EU-Land im Alleingang zu und bestellte zwei Millionen Dosen. Medienberichten zufolge erwägt Tschechien, es Ungarn gleichzutun. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass nichts dagegen spreche, den russischen oder chinesischen Impfstoff in Europa einzusetzen.
„Entscheidend ist: Es braucht eine reguläre Zulassung nach europäischem Recht. Wenn ein Impfstoff sicher und wirksam ist, egal in welchem Land er hergestellt wurde, kann er bei der Bewältigung der Pandemie natürlich helfen.“

Impfzurückhaltung in Russland

Obwohl Sputnik V schon seit knapp sechs Monaten in Russland zugelassen ist, kommt die Impfkampagne in Russland nur langsam in Schwung. Laut dem Gamaleja-Institut, dem Sputnik-V-Entwickler, wurden bis Ende Januar rund zwei Millionen Menschen in Russland geimpft, davon mehr als 320.000 in Moskau. Die aktuelle Durchimpfungsrate dürfte also bei 1,4 Prozent liegen, etwa die Hälfte wie in Deutschland. Bei dem vom Nowosibirsker Vektor-Institut entwickelten Vakzin Epivac-Corona hapert es bei der Produktion. Der dritte russische Impfstoff Tschuvac muss erst noch registriert werden. Westliche Impfstoffe wie Biontech/Pfizer oder Moderna sind in Russland nicht verfügbar.
Auch in Russland stehen viele Menschen einer Corona-Impfung skeptisch gegenüber. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes WZIOM im Dezember wollen sich nur 38 Prozent impfen lassen. Unter jungen Leuten (25-34 Jahre) ist der Anteil der Impfskeptiker mit 70 Prozent besonders hoch.

Infektionsgeschehen entspannt sich

Zumindest in Moskau entspannt sich das Infektionsgeschehen mit fast zwei Dritteln weniger neuen Fällen (6566 Fälle am 31. Dezember vs. 2160 Fälle am 31. Januar), weshalb Krankenhäuser Covid-19-Betten freigeben konnten und Oberbürgermeister Sergej Sobjanin die Beschränkungen für Restaurants und Bars ebenso aufhob wie die Verpflichtung, ein Drittel der Mitarbeiter im Homeoffice zu lassen. Neben den Impfungen trägt in der russischen Hauptstadt womöglich auch eine Massenimmunität zur verbesserten Lage bei. Sobjanin erklärte am 29. Januar, dass bereits jeder zweite Moskauer eine Corona-Erkrankung durchgemacht habe.

In Russland insgesamt hat sich die Zahl der landesweit täglich registrierten Infizierungsfälle vom Ende Dezember 2020 bis Ende Januar 2021 um knapp ein Drittel verringert.
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