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Drosten gegen Lockerungen: kein ausreichender Bevölkerungsschutz durch Impfungen bis Ostern

© AP Photo / Markus SchreiberDer deutsche Virologe Christian Drosten (Archiv)
Der deutsche Virologe Christian Drosten (Archiv) - SNA, 1920, 03.02.2021
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Trotz der zunehmenden Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Bürger in Deutschland hat der Virologe Christian Drosten erneut eindringlich vor verfrühten Lockerungen der Einschränkungen gewarnt.
„Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten“, äußerte Drosten, der das Institut für Virologie bei der Berliner Charité leitet, im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info vom Dienstag.
Auch wenn durch die Impfungen die Sterblichkeit sinke, bleibe das Verringern der Fallzahlen für ihn essenziell, sagte der Charité-Wissenschaftler. Wo und wie schnell man lockere, müsse man genau prüfen.
Drosten warnte vor einem Szenario, in dem es zu zahlreichen schweren Krankheitsverläufen in der mehr als 23 Millionen Menschen umfassenden Gruppe der 40- bis 60-Jährigen kommen könnte. Diese Entwicklung könnte nach seiner Ansicht eintreten, falls zu früh gelockert würde und diese Menschen noch nicht ausreichend durch Impfungen geschützt seien. Dies könne unter anderem eine Überlastung des Gesundheitssystems und hohe Krankenstände in Unternehmen zur Folge haben.
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Über den in Aussicht gestellten Anstieg der Impfstoffdosen im Jahresverlauf zeigte sich Drosten „sehr positiv überrascht“. „Die Situation ist viel besser als ich das noch vor Tagen gedacht habe“, sagte er.
Zur Wirksamkeit der verschiedenen Präparate erklärte Drosten, dass sie alle „total gut wirksam“ seien gegen schwere Verläufe. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums sollen die Liefermengen bis zum Sommer deutlich anziehen.

Merkel gegen Lockdown-Lockerungen

Drostens Warnungen kommen eine Woche vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie: Am Mittwoch kommender Woche wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten darüber entscheiden, ob der zunächst bis 14. Februar befristete Lockdown verlängert wird.
Merkel lehnt eine Lockerung des Lockdowns ab. Sie bitte alle Menschen, „noch eine Weile durchzuhalten“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“. Zwar gebe es jetzt bundesweit eine Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. „Das ist eine gute Leistung, da waren wir lange nicht. Aber damit haben wir noch nicht wieder die Kontrolle über das Virus durch die Gesundheitsämter.“
Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hält eine Debatte um mögliche Lockerungen ebenfalls für verfrüht. „Ich bin da im Moment sehr zurückhaltend“, sagte er am Dienstag. Er verwies darauf, dass eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche Richtlinie für die bundesweiten Maßnahmen im Lockdown sei.
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