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Bundeswehr willkommen: Corona-Lage in Portugal erdrückend

© REUTERS / FABIAN BIMMERAbflug von Bundeswehr-Ärzten nach Portugal, 3. Februar 2021
Abflug von Bundeswehr-Ärzten nach Portugal, 3. Februar 2021 - SNA, 1920, 03.02.2021
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Die Pandemie deckt auch im EU-Mitglied Portugal schwere Defizite auf. Das Land wünscht sich dringend Corona-Beistand von Deutschland, selbst unter Einsatz der Bundeswehr.
Portugiesische Bürger und Politiker haben die Nothilfe aus Deutschland dringend erwartet. Dass das deutsche Verteidigungsministerium eine medizinische Hilfsgruppe nach Portugal entsende, sei ein „Beispiel europäischer Solidarität“, sagte der Europaabgeordnete Paulo Rangel laut der dpa. Auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach von Solidarität mit „unseren Freunden in Portugal“.
Das deutsche Verteidigungsministerium hatte einen medizinischen Erkundungstrupp nach Portugal geschickt und entsendet mittlerweile 26 Ärzte und Pfleger, die dem Hochrisikoland Corona-Beistand leisten sollen. Auch Österreich und das Nachbarland Spanien wollen helfen, aber: „Die Deutschen sind die ersten“, schreibt laut dpa eine renommierte portugiesische Zeitung voll des Lobes.
Zudem fliegt die Bundeswehr 50 Beatmungsgeräte und 150 Krankenhausbetten nach Lissabon. Denn die Situation im portugiesischen Gesundheitswesen ist hochdramatisch. Augenzeugen berichten, vor den Krankenhäusern bildeten sich lange Schlangen aus Krankenwagen. Manche Patienten hätten die Nacht im Krankenwagen verbringen müssen, weil auf einen portugiesischen Arzt bis zu 30 Patienten kämen.
Krankenwagen vor einem Krankenhaus in Portugal - SNA, 1920, 04.01.2021
Portugal: Ärztin stirbt kurz nach Biontech/Pfizer-Impfung
Die schlimme Lage ist offenbar eine Folge der rigorosen Einsparungen der letzten Jahre. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Krankenhausbetten immer weiter reduziert worden, sagen Ärztevertreter in Portugal. Pro 100.000 Einwohner gebe es mittlerweile nur die Hälfte der Betten, die in Deutschland zur Verfügung stünden. Schon im Herbst hatten Ärztevertreter gewarnt, Portugal werde mit der Pandemie nicht angemessen umgehen können, sollten die Probleme im Gesundheitssystem nicht bald angegangen werden.
Im staatlichen Gesundheitswesen mangelt es derweil nicht nur an Betten oder technischer Ausstattung. Viele Ärzte und Pfleger wechseln zu den privaten Kliniken oder wandern auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen aus. Pfleger beispielsweise berichten, sie müssten in den portugiesischen Krankenhäusern für Hungerlöhne von monatlich 700 Euro schuften.
Gleichzeitig wird berichtet, dass die Privatkliniken in Portugal sich anfangs geweigert hätten, Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten bereitzustellen. Behörden wiederrum erklären, die privaten Anbieter würden inzwischen mit den staatlichen Einrichtungen zusammenarbeiten.
Portugal ist von der Coronavirus-Pandemie betroffen wie kein anderes Land in Europa. Nach offiziellen EU-Angaben hätten sich in Portugal zuletzt binnen 14 Tagen 1429 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus angesteckt. Für Deutschland betrug dieser Wert rund 265. Seit einigen Tagen werden die Zahlen wieder besser. Auch die Zahl der Covid-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, ist dieser Tage seit Langem wieder leicht zurückgegangen.
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