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Forscher verglichen, wie die Menschen in der EU und in Russland altern

© SNA / Jewgeni BiatowTeilnehmer eines Tanzwettbewerbs für Senioren in Moskau (Archivbild)
Teilnehmer eines Tanzwettbewerbs für Senioren in Moskau (Archivbild) - SNA, 1920, 02.02.2021
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Wissenschaftler von der Moskauer Staatlichen Psychologisch-Pädagogischen Universität (MSUPE) haben die Besonderheiten der individuellen Alterung von Menschen mit intellektuellen Berufen in Russland und den EU-Ländern verglichen.
Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Investigation in Health, Psychology and Education“ veröffentlicht worden.
Immer mehr Länder erhöhen das Renteneintrittsalter. Erklärt wird dies häufig mit der Verlangsamung der individuellen Alterung - dem Anstieg der durchschnittlichen Lebensdauer sowie der körperlichen und intellektuellen Aktivität. Den Forschern zufolge ist die individuelle Alterung ein Mix aus dem subjektiv empfundenen psychologischen Alter und der Dynamik des biologischen Alters des Körpers.
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Wissenschaftler von der Moskauer Staatlichen Psychologisch-Pädagogischen Universität (MSUPE) bewerteten die Dynamik der Kennzahlen des biologischen und psychologischen Alters bei Menschen mit wissenschaftlichen Berufen im Alter von 32 bis 70 Jahren. Dabei untersuchten sie eine Gruppe bestehend aus in Russland lebenden Menschen und einer Gruppe bestehend aus Menschen, die von Russland in EU-Länder umgezogen waren. An der Studie nahmen wissenschaftliche Mitarbeiter, Dozenten, Mitarbeiter von Forschungsinstituten und Vertreter verwandter Berufe mit akademischem Grad teil.
Dabei fand man heraus, dass Menschen mit intellektuellen Berufen im Durchschnitt eine höhere Lebensdauer und eine geringere Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Todes aufweisen.
„Die individuelle Alterung wird auch vom Wohnsitzland und der Berufstätigkeit beeinflusst. Die subjektive psychologische Alterung hängt mehr vom Wohnsitzland, und die biologische von der Berufstätigkeit und anderen objektiven Faktoren ab“, erklärte die Professorin des Lehrstuhls für wissenschaftliche Grundlagen der Notfallpsychologie der Fakultät für Notfallpsychologie der Moskauer Staatlichen Psychologisch-Pädagogischen Universität Tatjana Beresina.
Entscheidend sei die Dynamik der subjektiven und objektiven Komponenten des biologischen Alters, nach dieser Kennzahl wurden die größten Unterschiede zwischen Menschen mit wissenschaftlichen Berufen in Russland und in der EU festgestellt.
„Zunächst wurde als subjektive Komponente die Selbsteinschätzung der Erkrankungen und als objektive Komponente die Zeit der statischen Gleichgewichts (Anm. d. Red. – auf dem linken Bein ohne Schuhe mit geschlossenen Augen stehen, das rechte Bein angewinkelt hochziehen, Arme entlang des Körpers. Bei einem 40-Jährigen beträgt die übliche Zahl des statischen Gleichgewichts 20 Sekunden). Die objektive Kennzahl der Gesundheit der Russen und Auswanderer unterscheidet sich nicht, doch nach der subjektiven Einschätzung der Erkrankungen sind die Unterschiede maximal – die Auswanderer betrachten sich als gesünder. Das wird ebenfalls durch die Dynamik des subjektiven psychologischen Alters bestätigt“, so Beresina.
Ihr zufolge führen die Änderung der psychologischen Einstellungen und die Ausrichtung auf ein äußeres Umfeld, das sich vom russischen unterscheidet, dazu, dass ausgewanderte Forscher sich jünger schätzen – sie kümmern sich mehr um ihre Gesundheit, bewerten sie höher. Doch objektive Kennzahlen der Gesundheit können bei ihnen nicht so gut wie bei den Europäern sein, vielleicht ist die Wahrscheinlichkeit einer höheren Lebensdauer bei ihnen geringer.
„Zudem ist bei den Russen Stress im Rentenalter zu erkennen – bei Männern und Frauen verschlechtern sich im Alter von 51 bis 65 Jahren die biologischen Gesundheitsmerkmale, was zu einer beschleunigten Alterung führt. Vor und nach dieser Zeitspanne ist keine beschleunigte Alterung zu erkennen. Bei den ausgewanderten Russen wurde kein Stress im Rentenalter, der die individuelle Alterung beeinflusst, festgestellt“, so Beresina.
Ihr zufolge bestehen Unterschiede auch in der Dynamik der psychologischen Alterung. Die Russen (bis 65 Jahre) bewerten ihr subjektives Alter ungefähr wie das tatsächliche Alter oder etwas höher, die Auswanderer niedriger - Frauen im Alter von 51 bis 65 Jahren bewerten ihr Alter um zehn Jahre niedriger als ihr reales Alter, Männer um 20 Jahre.
Als gemeinsame Tendenzen wurde festgestellt, dass Männer sowohl biologisch als auch psychologisch schneller als Frauen alt werden – sowohl in Russland, als auch in der EU. Zudem bewerten Männer und Frauen im Alter bis 35 Jahren ihr psychologisches Alter höher; nach 65 Jahren verhält es sich umgekehrt.
In der Studie nutzten die Forscher die Methoden der Bewertung des biologischen Alters nach den Kennzahlen der Gesundheit, des subjektiven psychologischen Alters sowie weitere Indexe. Laut den Ergebnissen kann man schlussfolgern, dass der Unterschied in der Dynamik der relativen Alterung bei Menschen mit wissenschaftlichen Berufen nicht durch biologische, sondern vor allem durch psychologische Faktoren erklärt wird, so Forscher.
Die Studie wurde unterstützt vom Russischen Wissenschaftsfonds (Projekt Nr. 19-18-00058).
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