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„Impfgipfel“ in Berlin: Mehr Impfstoff-Mengen bis Sommer erwartet

© REUTERS / HENDRIK SCHMIDTImpfung in Deutschland
Impfung in Deutschland - SNA, 1920, 01.02.2021
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Das Bundesgesundheitsministerium hat zu dem Online-„Impfgipfel“ in Berlin am Montag unter Teilnahme der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Ministerpräsidenten der Länder deutlich mehr Vakzine-Nachschub bis zum Sommer in Aussicht gestellt.
Der Pharmariese Bayer kündigte den Einstieg in die Produktion eines Impfstoffes an, den das Tübinger Unternehmen Curevac entwickelt. Für den jetzt zugelassenen dritten Impfstoff des Herstellers AstraZeneca soll die Impfverordnung geändert werden - das Präparat sollen vorrangig Erwachsene bis 64 Jahre bekommen.
Die Impfstoff-Mengen sollen im Laufe des Jahres spürbar anwachsen. Das geht aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nach 18,3 Millionen Impfdosen im laufenden ersten Quartal könnten demnach laut aktueller Schätzung im zweiten Quartal voraussichtlich 77,1 Millionen Dosen und im dritten Quartal 126,6 Millionen Dosen verschiedener Hersteller folgen. Im vierten Quartal könnten es dann weitere 100,2 Millionen Dosen sein. Die Schätzung bezieht sich auf Verträge und geplante Vereinbarungen sowie voraussichtliche Zulassungstermine einiger Impfstoffe. Zugleich hieß es, Termine und Liefermengen hingen von vielen Faktoren ab - etwa klinischen Prüfungen, Zulassungsverfahren und Produktionsprozessen.
Bayer und die Biotechnologiefirma Curevac gaben eine Erweiterung ihrer Anfang Januar geschlossenen Kooperation bekannt. Konkret will Bayer 2022 rund 160 Millionen Dosen des Impfstoffes von Curevac herstellen. Angestrebt wird ein Start bereits Ende 2021. Wenn die weiteren Entwicklungs- und Zulassungsschritte planmäßig verlaufen, könnte er ab Sommer gespritzt werden - dann zunächst mit Dosen, die nicht von Bayer produziert werden.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte Änderungen bei der Verordnung an, die Vorgaben für die Impfungen macht. Hintergrund ist, dass der AstraZeneca-Impfstoff in Deutschland laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission vorerst nur Erwachsenen unter 65 Jahren gespritzt werden soll. „Im Grundsatz werden die Priorisierungsgruppen so bleiben, wie sie sind“, sagte der Minister. Eingefügt werden sollen aber Altersvorgaben.
Das betrifft auch die laufenden Impfungen der Gruppe mit höchster Priorität - dazu gehören Über-80-Jährige, Bewohner und Personal in Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal etwa in Intensivstationen. Sind diese Beschäftigten jünger als 65, sollen sie vorrangig mit AstraZeneca geimpft werden. Ab 65 soll man Anspruch auf Impfungen mit einem der beiden anderen Impfstoffe von BioNTech und Moderna haben.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, 13. Januar, 2021  - SNA, 1920, 01.02.2021
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Zudem sollen Menschen mit Vorerkrankungen voraussichtlich teilweise etwas früher zum Zug kommen können als bisher geplant. Nach einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf sollen etwa Diabetiker mit hohen Blutzuckerwerten eine Impfung in der zweiten Gruppe mit „hoher Priorität“ erhalten können. Dies gilt etwa auch für Menschen mit chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bestimmten schweren chronischen Lungenerkrankungen. In dieser Gruppe sollen sonst weiter schwerpunktmäßig Menschen ab 70 erfasst werden.
Die Bundesregierung bekräftigte das Ziel, bis Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot zu machen - aber vorausgesetzt, dass bei Lieferungen und Zulassungen alles wie vorgesehen läuft, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz deutlich machte. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte dazu der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag): „Diese Zusage haben Kanzlerin und Gesundheitsminister gegeben. Wenn ich die aktuelle Debatte über Impfstofflieferungen verfolge und hochrechne, müssen wir uns sehr anstrengen.“
Am „Impfgipfel“ nahmen auch die Pharmabranche und die EU-Kommission teil. Mit dabei waren unter anderem Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides und Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton sowie Vertreter der Firmen BioNTech, Pfizer, Curevac, IDT, Moderna, AstraZeneca, Johnson&Johnson, Sanofi, Bayer und Schott.
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