Sorgt kosmisches Gold für exorbitanten Preissturz?

CC0 / Erik Stein / Pixabay / Goldbarren (Symbolbild)
Goldbarren (Symbolbild) - SNA, 1920, 30.01.2021
Gold aus dem Weltall ist bislang eine Vision für die Zukunft, aber ein paar Länder haben bereits Gesetze für diese Zukunft erlassen. SNA-News hat den Ökonomen Marc Friedrich gefragt, was es für den Wert von Gold bedeuten würde, wenn zusätzliche kosmische Quellen für das Edelmetall angezapft werden.
Gold gilt als verlässliche Wertanlage, wenn alles andere unsicher scheint. Auch das Coronavirus konnte dem Edelmetall bislang nichts anhaben. Seine Wertbeständigkeit liegt an überschaubaren Förderraten sowie einer konstanten und relativ geringen Menge, die sich weltweit im Umlauf befindet.
Doch die Erde ist nicht der einzige Ort, an dem Gold vorkommt und gefördert werden könnte. In unserem Planetensystem lagern auf Planeten und Asteroiden große Mengen unterschiedlicher Edelmetalle. Deren Abbau ist bislang allerdings unwirtschaftlich, da die Förderkosten den gegenwärtigen Goldwert bei weitem übersteigen.
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Für einen möglichen Ressourcenabbau in Zukunft haben bereits einige Länder Gesetze erlassen, die ihnen den „Asteroidenbergbau“ oder „Weltraumbergbau“ erlauben sollen. Solche Gesetze gibt es seit 2015 in den USA und seit 2017 in Luxemburg und in Deutschland sind sie seit 2018 ausdrücklich von der Industrie erwünscht. Ähnliches planen die Vereinigten Arabischen Emiraten.
Was passiert in einer wahrscheinlich sehr fernen Zukunft, wenn größere Mengen des Edelmetalls oder anderer Metalle aus dem Weltall auf die Erde importiert werden? SNA-News hat darüber mit dem Ökonomen und Buchautor Marc Friedrich gesprochen.

Goldsturz nur bei exorbitanter Zunahme erwartet

Die Auswirkungen auf Gold als Wertanlage und die Weltwirtschaft insgesamt hängen laut dem Experten davon ab, wie viel Gold in welchem Zeitraum zusätzlich auf die Erde gelangt. „Es kommt darauf an, wie viel Gold abgebaut wird, zu welchen Kosten“, erklärte Friedrich. „Wenn die Menge exorbitant steigt und die Kosten sehr gering sind, dann wird Gold massiv an Wert verlieren.“ Derzeit würden die Förderungsraten bei 3.500 Tonnen jährlich liegen und der Gesamtumfang auf der Welt 195.000 Tonnen betragen.
„Wenn man jetzt auf einem Asteroiden die gleiche Menge, die in den Lebzeiten der Menschheit gefördert wurde, auf einmal finden würden, dann würde der Preis um 50 bis 80 Prozent in die Knie gehen“, schätzte der Ökonom ein.
Das sei nicht zu ändern, sagte Friedrich und hob hervor, Regelungen seien dem freien Markt zu überlassen. Denn auch auf der Erde gelte: „Wenn irgendwo ein Berg aus purem Gold gefunden werden würde, dann wäre das ebenso, dann müsste der Markt das auch richten.“
Bislang seien die Förderungskosten für Weltraumgold so hoch, dass der Goldpreis auf 50.000 Dollar pro Unze steigen würde. Der Experte betonte: „Wenn wir uns nicht exponentiell technologisch entwickeln sollten, so ein Ding ganz nah vorbeifliegt oder wir Alien-Technologie haben – dann wird es nichts mehr in nächster Zeit.“
Das Interview mit Marc Friedrich zum Nachhören:
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