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Ex-Kanzler Schröder beklagt „Russland-Bashing“ und fordert mehr Nähe zu Russland – Medien

© SNA / Wladimir Astapkowitsch / Zur BilddatenbankGerhard Schröder (Archiv)
Gerhard Schröder (Archiv) - SNA, 1920, 30.01.2021
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Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hält nichts von den Forderungen nach der Einstellung des russisch-deutschen Gasleitungsprojekts Nord Stream 2. Bei der Pipeline geht es ihm zufolge um die Energieversorgung der nächsten Generation in Deutschland.
Die in der Presse geäußerte Kritik an dem Projekt würde nicht die Meinung der Bürger widerspiegeln, sagte Schröder der „Rheinischen Post“.

„Das Russland-Bashing, was da betrieben wird, ist nicht die Mehrheitsmeinung unseres Volkes – davon bin ich jedenfalls überzeugt“, so der Altkanzler.

Die Pipeline solle auch angesichts des Atom- und Kohleausstiegs „die Energieversorgung der nächsten Generation sicherstellen“, sagte Schröder. Die USA seien hingegen daran interessiert, ihr Fracking-Gas in Deutschland zu verkaufen, das aber „umweltschädlich, teurer und qualitativ nicht so gut verwendbar“ sei wie das Pipeline-Gas, sagte Schröder. „Wenn wir die Fertigstellung stoppen, sägen wir energiepolitisch den Ast ab, auf dem wir sitzen.“
Auf die Frage, ob er wie seine Nachfolgerin Angela Merkel (CDU) für die Freilassung Nawalnys eintrete, sagte Schröder in dem Interview, es gehe ihm nicht „um tagesaktuelle Diskussionen, sondern um grundsätzliche Richtungsentscheidungen“.
Deutschland müsse ein Interesse daran haben, dass Russland „eine eigene Identität und eine eigene ökonomische Kraft“ entwickele. „Wir müssen Russland nicht als Gegner, sondern als potenziellen Partner begreifen“, merkte der SPD-Politiker an.
Schröder ist seit 2005 für die Nord Stream AG tätig, seit 2017 ist er außerdem Aufsichtsratsvorsitzender des größten russischen Ölkonzerns Rosneft.

Nord Stream 2

Die Pipeline zwischen Russland und Deutschland ist fast fertig, es fehlen nur noch wenige Kilometer in dänischen und deutschen Gewässern. Die USA wollen die Vollendung der Pipeline mit Sanktionen verhindern, auch einige osteuropäische Staaten kritisieren den Bau.
Sie argumentieren, dass die Gasleitung Europa in eine zu große Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen bringe. Befürworter der Pipeline werfen den USA vor, nur ihr Flüssiggas besser verkaufen zu wollen.
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