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Wissenslücken bei Lepra: Wie haben sich wildlebende Schimpansen infiziert?

© SNA / Ilja NaimuschinSchimpanse (Symbolbild)
Schimpanse (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.01.2021
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Rätsel um an Lepra erkrankte Schimpansen im afrikanischen Dschungel: Die Menschenaffen dürften nie Kontakt zu Menschen gehabt haben, woher die Infektion also ursprünglich kam, ist noch unklar.
In Guinea-Bissau an der afrikanischen Westküste und an der Elfenbeinküste haben Wissenschaftler bei wildlebenden Schimpansen Lepra nachgewiesen. Wie sich die Tiere im Dschungel infizierten, sei allerdings noch unklar. Das teilte die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in Würzburg anlässlich des Welt-Lepra-Tages am 31. Januar mit. Wahrscheinlich hatten die afrikanischen Affen nie Kontakt zu einem Menschen. Dabei seien Forscher bisher davon ausgegangen, dass der Mensch das Hauptreservat für den Lepra-Erreger ist und dass sich Tiere durch Kontakt zum Menschen infiziert haben, sagte DAHW-Sprecherin Jenifer Gabel.

Nicht nur auf den Menschen fokussieren

„Doch der Genotyp des Bakterienstamms, den wir in Stuhl-und Gewebeproben der betroffenen Affen in Westafrika finden konnten, tritt beim Menschen äußerst selten auf“, erklärte Wildtierexperte Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut. „Es müsste daher andere Quellen in der Tier- und Umwelt geben.“
„Wir wissen, dass wir zu wenig wissen“, ist das Fazit der DAHW zu dieser Entdeckung: „Denn obwohl Lepra als die älteste Krankheit der Menschheit gilt, sind die Forschungs- und Wissenslücken bei Lepra erschreckend groß und es fehlt an grundlegenden Informationen wie beispielsweise zu den Übertragungswegen.“
Lepra-Experte August Stich, Chefarzt der Klinik für Tropenmedizin am Klinikum Würzburg Mitte, sagte: „Für die Bekämpfung der Lepra heißt das, wir dürfen uns nicht nur auf den Menschen fokussieren, sondern müssen das Tierreich mit einbeziehen.“
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Auch nach 150 Jahren noch viele offene Fragen

Lepra ist eine Infektionskrankheit, deren Erreger die Haut und das Nervensystem befällt und diese zerstört. Das Bakterium (Mycobacterium leprae) wird wahrscheinlich per Tröpfcheninfektion übertragen. Genau weiß es die Wissenschaft aber auch fast 150 Jahre nach seiner Entdeckung 1873 nicht.
Dass Tiere Lepra haben können, ist seit Jahren bekannt. Der Erreger wurde beispielsweise bei Gürteltieren im Süden der USA gefunden. Ein internationales Forscherteam konnte vor zehn Jahren mit Hilfe von DNA-Analysen nachweisen, dass Menschen sich bei Gürteltieren mit Lepra anstecken können.
Lepra zählt damit zu den sogenannten Zoonosen. Das sind Infektionskrankheiten, die auf natürlichem Weg vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Aufmerksamkeit bekommen sie derzeit, weil bisherige Untersuchungen zum Coronavirus Sars-Cov-2 auf Fledermäuse als Ursprung hinweisen. Einen tierischen Ursprung haben etwa auch Ebola, Vogelgrippe oder HIV.
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