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Mit dem Virus leben lernen – Brasiliens Präsident hält Kampf gegen Corona für sinnlos

© REUTERS / ADRIANO MACHADODer brasilianische Präsident Jair Bolsonaro
Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro - SNA, 1920, 29.01.2021
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Statt Abstandsregeln einzuhalten, sollte man lernen, mit Corona zu leben, erklärte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro in seinem wöchentlichen Webcast. Das Virus werde uns ohnehin das ganze Leben lang begleiten. Derweil grassiert eine noch ansteckendere Corona-Mutation im Amazonasgebiet, wie das Portal „Daily Mail“ berichtet.
Eigentlich war der 65-jährige Bolsonaro selber an Corona erkrankt. Abstandsregeln hat er nach eigenem Bekunden dennoch die ganze Zeit über vermieden. Auch auf eine Impfung werde er verzichten.
„Das Thema ‚Covid‘ wird unser ganzes Leben lang andauern“, sagte der brasilianische Staatschef live in einem Webcast.
Und Abstandsregeln „führen zu nichts“.
Gleichzeitig nimmt der Rückhalt des Präsidenten in der brasilianischen Bevölkerung rapide ab. Kritiker werfen Bolsonaro vor, zu spät auf die Ausbreitung des Erregers reagiert zu haben. Der langsame Start der Impfkampagne sei nur ein weiterer Fehler in einer langen Kette von Fehlentscheidungen gewesen. Inzwischen weist Brasilien die zweithöchste Zahl an Corona-Toten nach den Vereinigten Staaten aus.
Bisher hat Brasilien laut „Daily Mail“ an die sechs Millionen Impfstoffdosen des chinesischen Herstellers SinoVac lokal hergestellt. Jedoch haben klinische Studien ergeben, dass diese Vakzine gerade mal eine 50-prozentige Wirkung aufweist – für eine standardmäßige Zulassung zu wenig, schreibt das Portal.
Eine Zulassung für den Impfstoff von Astrazeneca hatte Brasilien zwar auch schon erteilt, hat bisher aber lediglich zwei Millionen Dosen dieses Serums erhalten. Auf Bestandteile für die lokale Herstellung der britisch-schwedischen Vakzine wartet Brasilien heute noch.
Präsident Bolsonaro ist jedenfalls zuversichtlich:
„Sie werden kommen und dann werden wir die ganze Bevölkerung innerhalb kurzer Zeit vakzinieren“, sagte er laut „Daily Mail“.
Damit scheint der brasilianische Staatschef immerhin eine leichte Kurskorrektur an seiner Corona-Politik vorzunehmen, schreibt das Portal. Denn es schlage Bolsonaro viel Unmut entgegen, weil er es nicht schaffe, eine zügige Impfkampagne für die 210 Millionen Brasilianer zustande zu bringen.
Währenddessen bestätigen Forscher das, was viele seit Langem befürchtet haben: Dass die neue brasilianische Corona-Mutation deutlich ansteckender sei als die britische und südafrikanische Virus-Variante. Inzwischen ist das mutierte Corona-Virus nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Hauptursache für die vielen Neuansteckungen in der brasilianischen Urwaldmetropole Manaus.
Sputnik V Impstoff (Archivbild) - SNA, 1920, 11.01.2021
Produktion von Corona-Impfstoff „Sputnik V“ in Brasilien angekündigt
Mehr noch: Die neue und viel ansteckendere Corona-Variante grassiert im ganzen Amazonasgebiet und dringt sogar in andere Landesregionen vor, schreibt „Daily Mail“. Am Dienstag wurden demnach drei Infektionen mit dem mutierten Coronavirus in Sao Paolo identifiziert: dem mit 46 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat des Landes.
Angesichts dieser Lage haben mehrere Länder – darunter die USA, Großbritannien, Italien und Portugal – Flüge von und nach Brasilien eingestellt. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte am Mittwoch, die brasilianische Corona-Variante sei inzwischen in acht Ländern festgestellt worden. Letzte Woche kam das mutierte Virus nur in zwei Ländern vor.
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