Vakzine von Astrazeneca für Ältere nicht ratsam – Ständige Impfkommission

© REUTERS / DINUKA LIYANAWATTEÄrztin mit einer Impfdosis von AstraZeneca
Ärztin mit einer Impfdosis von AstraZeneca - SNA, 1920, 29.01.2021
Noch ist der Wirkstoff der Corona-Vakzine von Astrazeneca in der EU offiziell nicht zugelassen. Auch deshalb drohen Lieferengpässe bei diesem Serum. Währenddessen gibt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts eine Einschränkung für den Einsatz des Mittels heraus.
Eine Entscheidung über die Zulassung des Corona-Impfstoffs des britisch-schwedischen Pharmakonzerns will die zuständige Europäische Arzneimittelbehörde EMA dieser Tage treffen, voraussichtlich heute. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) hat grundsätzlich keine Einwände gegen den Einsatz des Astrazeneca-Vakzins. Aber es sollte gemäß einer Empfehlung der STIKO nur für die Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen genutzt werden.
„Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren liegen aktuell keine ausreichenden Daten vor“, erklärte die Kommission, wie mehrere Medien berichten.
Ansonsten aber werde dieser Impfstoff „als gleichermaßen geeignet angesehen“.

Keine Wirkung bei Älteren?

Premierminister Boris Johnson verteidigte den Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns als „sehr gut und wirksam“. Dies habe die britische Zulassungsbehörde deutlich klargemacht. Die Behörde sei der Meinung, das Vakzin erziele in allen Altersgruppen eine gute Immunantwort. Großbritannien setzt den Astrazeneca-Wirkstoff bereits ein.
Mehrere Medien berichteten vor Kurzem jedoch, der Astrazeneca-Impfstoff zeige bei Menschen über 65 Jahren kaum Wirkung. Bei gerade einmal acht Prozent der Senioren habe sich die gewünschte Immunantwort aufgebaut. Der Pharmakonzern dementierte die Berichte umgehend. Pascal Soriot, Chef von Astrazeneca, verwies dabei auf „Prüfbehörden rund um den Globus“, die einen Impfstoff mit nur acht Prozent Wirksamkeit sicherlich nicht zugelassen hätten.
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Das Bundesgesundheitsministerium stellte klar, die acht Prozent würden sich nicht auf die Zahl der Menschen über 65 Jahren beziehen, bei denen der Impfstoff gewirkt habe. Sondern gemeint sei die Anzahl der Teilnehmer dieser Altersgruppe an ersten klinischen Studien von Astrazeneca. Nach Konzernangaben haben sich 2000 Probanden über 65 Jahre an diesen Studien beteiligt. Zwei Drittel seien älter als 70 Jahre, der älteste Teilnehmer sei 86 Jahre alt gewesen.

Lieferengpässe

Astrazeneca hatte, wie zuvor schon Pfizer, Engpässe bei der Impfstofflieferung angekündigt. Ursächlich dafür seien Schwierigkeiten an Produktionsstandorten. Das Unternehmen hatte anfänglich zugesagt, bis Ende März rund 80 Millionen Impfdosen an die EU auszuliefern. Danach war von circa 31 Millionen Impfdosen die Rede. Trotz mehreren Gesprächen haben die EU-Kommission und Astrazeneca noch keine Lösung für die Lieferprobleme gefunden.
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