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Leiter von Curevac-Studie urteilt: „Sputnik V“ wirksamer als Astrazeneca-Impfstoff

© SNA / Alexej KudenkoCorona-Impfstoff Sputnik V
Corona-Impfstoff Sputnik V - SNA, 1920, 28.01.2021
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Laut dem Leiter der Zulassungsstudie zum mRNA-Impfstoff der Tübinger Firma CureVac, Peter Kremsner, könnten die ersten Dosen des zweiten deutschen Impfstoffs bestenfalls schon im April ausgeliefert werden. Doch so mRNA-fokussiert zeigt er sich nicht: Auch Vektorimpfstoffe wie „Sputnik V“ sind aus seiner Sicht grundsätzlich sehr vielversprechend.
Die vorliegenden Wirksamkeitsdaten seien für die beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna eindeutig besser als jene von Astrazeneca, sagte Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin der Uni Tübingen, in einem „Kurier“-Interview. Vor allem die bisherigen Daten für Über-65-Jährige findet er bei nur acht Prozent Studienteilnehmern nicht aussagekräftig. Zuvor hatte sich der britisch-schwedische Konzern, der Ende dieser Woche eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) erwartet, gegen die Vorwürfe wehren müssen, ihr Vektorimpfstoff wirke bei über 65-Jährigen wohl kaum.
Jedoch hält der Forscher die Vektorimpfstoffe, darunter „Sputnik V“ und den von Johnson & Johnson, sehr vielversprechend. Die russischen Daten der Phase-III-Studie müssten noch wissenschaftlich publiziert werden, so Kremsner, aber was bisher bekannt geworden sei, sehe gut aus und überzeugender als die Daten von Astrazeneca: Nach der Zwischenauswertung der Phase-3-Studien beträgt dessen Wirksamkeit rund 92 Prozent im Vergleich zu 62 Prozent bei Astrazeneca, die die Briten auch nur für die 18- bis 55-Jährigen bestätigen.
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Den Unterschied in der Wirksamkeit erklärt er damit, dass Astrazeneca für den Transport der genetischen Information für das Stacheleiweiß von Sars-CoV-2 in den Körper zwei Mal dasselbe Trägervirus verwendet. Das russische Gamaleja-Institut in Moskau dagegen setze auf zwei verschiedene Adenoviren, bei denen man schon lange wisse, dass deren Einsatz zu einer besseren Immunreaktion führen könne. In dieser Hinsicht sieht Kremsner die Überlegungen von AstraZeneca und dem Gamaleja-Institut, die beiden Vektorimpfstoffe kombiniert zu verwenden, positiv. Ein noch besserer Ansatz in der Zukunft wäre aus seiner Sicht womöglich aber eine Kombination von zwei unterschiedlichen Impfstofftechnologien, also die Erstimpfung mit einem RNA-Impfstoff, und die zweite z.B. mit einem solchen Vektorimpfstoff.
Was den CureVac-Impfstoff angeht, ist er nach seinen Angaben den beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffen sehr ähnlich und soll eine ähnlich hohe Wirksamkeit bieten. In dessen Zulassungsstudie seien einige Tausend von weltweit geplanten 36.500 Probanden bereits rekrutiert. Im März, April könnte dann das rollende Zulassungsverfahren bei der EMA starten. Parallel entwickelt die Firma in Tübingen gemeinsam mit der US-Biotechfirma Protein Potential eine Schluckimpfung, die auch eine Immunität an den Schleimhäuten im Nasen-Rachen-Raum auslösen könnte und dadurch die Übertragung des Virus trotz der gewöhnlichen Impfung verhindern könnte.
Im Moment streben die Entwickler des russischen Impfstoffs „Sputnik V“ eine Zulassung durch die EMA an. Der Antrag ist bereits gestellt, und im Februar soll das rollende Zulassungsverfahren starten. Vor einer Woche hatte noch das staatliche Pharmainstitut in Ungarn den Impfstoff „Sputnik V“ als Mittel zum Schutz vor Covid-19 zugelassen - allerdings nur für Ungarn.
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