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Schließung „widerspricht allen wissenschaftlichen Daten“: Kinderärzte-Präsident will Schulöffnungen

© CC0 / Wakandapics / PixabayKlassenraum in einer Schule (Symbolbild)
Klassenraum in einer Schule (Symbolbild) - SNA, 1920, 28.01.2021
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Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, fordert die sofortige Öffnungen von Schulen und Kitas in Brennpunkten. Der Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln ist wegen zunehmender Vernachlässigungen von Kindern im Lockdown in großer Sorge.
Mahnern, die sich gegen den harten Kurs in der Corona-Pandemie der Virologen, der anscheinend auch jener der Bundesregierung ist, aussprechen, wird häufig die Wissenschaftlichkeit abgesprochen. So geschehen zum Beispiel bei Hendrik Streeck oder Alexander S. Kekulé.
Dabei gibt es eine Menge gut ausgebildeter Fachleute, die sich aus guten Gründen gegen extreme Maßnahmen aussprechen. An vorderster Front vielleicht die Kinderärzte, welche die Auswirkungen des Lockdowns auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft, die Kinder, am ehesten beobachten und nicht müde werden, darauf hinzuweisen.

„Kitas und Schulen in Brennpunkten müssen sofort geöffnet werden“

Nun hat der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, im Berliner „Tagesspiegel“ erläutert, wie die Pädiater in der aktuellen Pandemie-Lage vorgehen würden. Er würde schauen, wo welche Kinder am stärksten leiden. Dazu lägen genug Informationen vor. In den sozialen Brennpunkten, wo man am meisten Sorge um die Gesundheit, das Wohlergehen und auch die Bildung haben müsste, müsste dann gezielter aktiv geworden werden:

„In diesen Bereichen müssen Kitas und Schulen so schnell wie möglich, am besten sofort, wieder geöffnet werden.“

Zusätzliche müssten die Behörden versuchen, mit Ärzten und Wissenschaftlern herauszufinden, ob gerade diese Kitas und Schulen durch ein gezieltes Testsystem sicherer für Kinder, Eltern und das Personal gemacht werden könnten. Dann müsse es eine kontinuierliche Überwachung geben.

Weitere Schließung von Schulen und Kitas ist „fahrlässig“

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus dagegen warnte vor ihrer zu schnellen Öffnung. „Wir tun uns alle keinen Gefallen damit, den Präsenzunterricht wieder zu früh zuzulassen. Gesundheit geht vor“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Die neuen Virus-Mutationen machten ihm „große Sorgen“.
Auch RKI-Präsident Lothar Wieler warnt vor zu frühen Lockerungen. Nach wie vor seien die Fallzahlen zu hoch, sagte Wieler auf einer Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen.“ Zu einem „halbwegs normalen Alltag“ könne das Land nur zurückkehren, wenn die Fallzahlen massiv und auf Dauer kleiner würden.
Darauf erwidert Dötsch, der die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Köln leitet:

„Schulen und Kitas als einzige Maßnahme weiter dicht zu lassen, widerspricht allen wissenschaftlichen Daten, die wir im Moment haben. Eine solche Aussage halte ich in keiner Weise für belegt und daher auch für fahrlässig. Allein das Schließen der Schulen hat die Pandemiesituation nicht verändert, sondern der Maßnahmenkatalog insgesamt.“

Kinder sind „drei bis zehn Mal“ weniger ansteckend

Viele Studien würden belegen, dass die Infektiosität von Kindern deutlich geringer sei als bei Erwachsenen, so der Pädiater. Zwar gebe es unterschiedliche Zahlen, aber man gehe davon aus, dass ein Kind ein anderes zwischen drei und zehn Mal seltener ansteckt als ein Erwachsener einen anderen. Prinzipiell seien jüngere Kinder weniger infektiös als ältere. Auch bei den aktuellen neuen Mutationen scheine das grundlegend nicht anders zu sein. Sogar der Präsident des Robert Koch Instituts, Lothar Wieler, habe dies bestätigt. Dötsch fordert im „Tagesspiegel“-Interview:

„Als Kinder- und Jugendarzt wünsche ich mir, dass man in dieser Pandemie die wirklich bestehenden Fakten als Grundlage für Entscheidungen nimmt und nicht immer wieder – wie auch Kanzlerin und Ministerpräsidenten – zu früh ein Machtwort spricht, das zwar vielleicht logisch klingt, aber nicht durch Daten belegt ist“.

Die Kinderärzte würden kritisieren, dass die Politik Entscheidungen treffe, die zwar vielleicht im Großen und Ganzen einen Effekt hätten, aber bei denen man nicht die Nebenwirkungen auf eine der schwächsten Bevölkerungsgruppen, nämlich die Kinder, berücksichtige. Gerade weil man nicht wisse, „wie lange die Pandemie uns noch beschäftigen wird.“
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