Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Anklage fordert hohe Haftstrafen gegen mutmaßlichen IS-Chef Deutschlands

© AFP 2020 / dpa / Julian StratenschulteAbu Walaa im Oberlandesgericht in Celle (Archivbild)
Abu Walaa im Oberlandesgericht in Celle (Archivbild) - SNA, 1920, 28.01.2021
Abonnieren
Die Bundesanwaltschaft hat im Prozess gegen den mutmaßlichen Deutschland-Chef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS)*, Abu Walaa, und drei Mitangeklagte hohe Haftstrafen gefordert. Das berichten verschieden Medien. Den Angeklagten wird u.a. vorgeworfen junge Menschen radikalisiert und für den Dschihad in Syrien angeworben zu haben.
Die Anklage forderte am Mittwoch für den Iraker Abu Walaa am Oberlandesgericht Celle wegen „mitgliedschaftlicher Beteiligung“ an einer Terrorgruppe elfeinhalb Jahre Haft. Für zwei weitere mutmaßliche IS-Drahtzieher plädierte die Bundesanwaltschaft auf neuneinhalb und zehn Jahre Haft wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland. Auch für den vierten kürzlich aus der Untersuchungshaft entlassenen Angeklagten verlangt die Anklage viereinhalb Jahre Haft, ebenfalls wegen Unterstützung einer Terrororganisation im Ausland. Das berichten verschiedene Medien.
Den Angeklagten wird vorgeworfen, junge Menschen vor allem im Ruhrgebiet islamistisch radikalisiert und als Kämpfer für den IS in Syrien angeworben zu haben. Im Irak sollen der Anklage zufolge zwei der Angeworbenen Personen Selbstmordattentate mit zahlreichen Todesopfern verübt haben. Ein anderer Rekrut soll für die Sicherheit des IS verantwortlich gewesen sein. Abu Walaa hat als Imam für die Moschee des inzwischen verbotenen Vereins „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim“ gepredigt haben. Die vier Männer stehen seit September 2017 vor Gericht.
Deutsche Polizei (Symbolbild) - SNA, 1920, 26.01.2021
Sieben Jahre Haft für IS-Terroristen aus Wuppertal
Für die Bundesanwaltschaft seien die Tatvorwürfe im Wesentlichen erwiesen, wie sie in ihrem Plädoyer am Mittwoch angegeben hat. Dabei stützte sich die Anklage auf einen „Kronzeugen“, einen jungen Mann aus Gelsenkirchen. Dieser sei als Jugendlicher in islamistische Kreise geraten und sei nach seinen Aussagen mit Hilfe von Abu Walaas Netzwerk nach Syrien ausgereist, heißt es. Später habe er sich vom IS abgewandt und mit den Behörden kooperiert.
Eine wichtige Rolle für die Anklage spiele zudem der einst wichtigste V-Mann der Polizei in islamistischen Kreisen, „Murat Cem“ oder „VP01“. Er war jahrelang ein Top-Informant der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Für das laufende Verfahren erhielt er jedoch keine Aussagegenehmigung.
An den vier Prozesstage im Februar sind die Plädoyers der Verteidigung geplant. Anschließend das Urteil in dem großen Prozess. Am Mittwoch wurde der 241. Verhandlungstag absolviert.
*Terrororganisation, auch "Daesh" genannt, in Deutschland und Russland verboten
Newsticker
0
Neueste obenÄlteste oben
loader
Live
Заголовок открываемого материала
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала