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AHK-Chef Schepp: Deutsch-russisches Geschäft erweist sich als krisenresistent

© Foto : AHK RusslandGründungssitzung der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer in Moskau
Gründungssitzung der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer in Moskau - SNA, 1920, 28.01.2021
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Mit einer virtuellen Gründungssitzung hat das neue Komitee der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer AHK in Moskau seine Arbeit aufgenommen. Mittelständische und/oder familiengeführte Unternehmen aus Deutschland und Russland wollen von nun an gemeinsame Kräfte bündeln, um eigene Stimmen stärker klingen zu lassen.
„Das deutsch-russische Geschäft hat sich als krisenresistent erwiesen. Wir sehen ein gutes Maß an Direktinvestitionen in Russland und eine hohe Aktivität deutscher Unternehmen“, sagte Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der AHK, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation, bei der Gründungssitzung des neuen Komitees.
Schepp wies darauf hin, dass das vergangene Jahr 2020 für die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer nicht schlecht gewesen sei. Die Zahl der Mitgliedsunternehmen sei um zehn Prozent gestiegen und betrage nun 1000 Firmen.

„Das ist sehr gut – unsere Stimme muss stärker klingen, insbesondere wenn die politischen Beziehungen zwischen unseren Ländern leider einen Tiefpunkt erreicht haben, den wir seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr gesehen haben. In dieser Hinsicht erwarten wir leider keine Verbesserung der Beziehungen. Wir sehen jedoch ein gutes Maß an Direktinvestitionen in Russland und eine hohe Aktivität deutscher Unternehmen“

Matthias Schepp
Vorstandsvorsitzender der AHK
Das belegen die von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Daten, wonach sich die Direktinvestitionen von Deutschland nach Russland im Jahr 2020 trotz der Pandemie auf 1,3 Milliarden Euro belaufen haben.
„Sie könnten denken, dass das Wachstum auf große Unternehmen wie Siemens, Henkel, Nord Stream zurückzuführen ist. Das schon, aber meistens sind es mittelständische und familiengeführte Unternehmen. Sie sind nicht so stark von politischen Faktoren abhängig, haben weniger Kapital und können sich schneller und entschlossener als große Tanker im Geschäftsmeer bewegen“, merkte Schepp an.
Der Mittelstand gilt neben den bekannten Großkonzernen als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Viele deutsche Mittelständler sind bereits seit Jahrzehnten erfolgreich in Russland tätig. Sie investieren viele Milliarden Euro im größten Flächenstaat der Erde und bleiben dem Markt auch in Krisenzeiten treu. Der Mittelstand darf ein eigenes Komitee haben, um mittelstandsspezifische Initiativen zu starten und Probleme zu lösen, entschied die AHK. Das Themenspektrum des Komitees Mittelstand reicht von Gesetzgebungsverfahren über Lokalisierung bis hin zu Subventionen und Synergien mit dem russischen Mittelstand.
Marco Koschier, Leiter Internationale Wirtschaftsprüfung und Leiter Austrian Desk, Rödl & Partner, arbeitet seit 1993 in Russland.
„Wir haben keine so laute Stimme wie andere Giganten. Wenn wir uns zusammenschließen, dann werden wir mit einer stärkeren Stimme sprechen. Dadurch bekommen wir die Chance, gehört zu werden, sonst ändert sich nichts“, sagte er. „Oft sehe ich, dass unsere Kollegen nicht immer bereit sind, miteinander ihre Probleme und Ideen auszutauschen, denn sie empfinden sich als Wettbewerber. Im Komitee Mittelstand gibt es kein solches Problem, denn alle Unternehmer haben ihre eigenen Geschäftsfelder, und wenn es zu einer Kooperation kommt, dann würde ich das nur begrüßen.“
Marco Koschier,
Leiter Internationale Wirtschaftsprüfung und Leiter Austrian Desk, Rödl & Partner
Eine Teilnehmerin von der russischen Seite, Polina Scharowa, Inhaberin des Familienunternehmens Hermes-Ural, eines Stahlverarbeiters aus Jekaterinburg, schlug vor, einen Geschäfts-Chat in Telegram oder WhatsApp zu erstellen, wo die Mitglieder des Komitees Partner für sich finden könnten. Die Kommunikation sei der Schlüssel zur Zuverlässigkeit und zum Erfolg, sagte sie. Es werde auch nützlich sein, die Mitglieder über Unterstützungsmaßnahmen in verschiedenen Regionen zu informieren, wo sie unterschiedlich sind, sowie über Unterstützungsmaßnahmen auf Regierungsebene, wo es sich um erhebliche Geldbeträge handelt.  
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Jens Palmen ist Generaldirektor der Firma Schattdecor, die zwei Betriebsstellen hat – in der Region Moskau und in der sibirischen Stadt Tjumen, die oft als Öl- und Gashauptstadt Russlands bezeichnet wird. Doch die Firma hat mit Öl und Gas nichts zu tun, sie ist ein Zulieferer der Holzindustrie und seit 20 Jahren in Russland tätig. “In dieser Zeit haben wir mehrere Phasen durchlaufen. Es gab Probleme, aber wir wurden von der AHK und der russischen Außenhandelskammer unterstützt. Wir müssen eine gute Grundlage für die Entwicklung einer Partnerschaft zwischen russischen und deutschen Unternehmen schaffen“, merkte Palmen an.
Schattdecor wurde als erstes Unternehmen mit dem Otto-Wolff-von-Amerongen-Preis ausgezeichnet. Seit 2009 vergibt die AHK den Amerongen-Mittelstandspreis, um deutsche Mittelständler in Russland und russische Mittelständler in Deutschland zu würdigen. Die jüngste Preisverleihung fand im November 2020 statt, als die AHK Russland, die aus dem Verband der Deutschen Wirtschaft (VDW) hervorgegangen ist, ihr 25-jähriges Jubiläum feierte. Das Familienunternehmen Liebherr hat die Prämie in der Kategorie bester deutscher Mittelständler in Russland gewonnen. Den Preis als bester russischer Mittelständler in Deutschland erhielt die Alexander Shorokhoff Uhrenmanufaktur mit Sitz im bayerischen Alzenau. Der Innovationspreis ging an MicoTech, ein Produktions- und Forschungszentrum für Mineralbeschichtungstechnologien.
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