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90 Prozent Umsatzeinbruch: Europas Kulturbetriebe härter als Wirtschaft betroffen – Neuer Hilfefonds

© REUTERS / CHRISTIAN HARTMANNDas wegen Corona-Pandemie gesperrte Theater Odeon in Paris
Das wegen Corona-Pandemie gesperrte Theater Odeon in Paris - SNA, 1920, 27.01.2021
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Die Kultur in Europa leidet unter den Reglements der Corona-Krise mehr als die Wirtschaft, so die Bilanz einer Studie im Auftrag der französischen Verwertungsgesellschaft für Autoren, Komponisten und Musikverlage. Dabei zählte die Kulturindustrie zu den EU-Schwergewichten – vor der Pandemie. Finanzminister Olaf Scholz plant nun neue Hilfen.
Der Studie zufolge brach der Gewinn im vergangenen Jahr um durchschnittlich rund 31 Prozent ein, die Gewinne der ebenfalls angeschlagenen Tourismus- und der Automobilindustrie gingen 2020 im Vergleich dazu aber lediglich um 27 Prozent bzw. 25 Prozent zurück, das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen Bericht der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young.
Am stärksten sei bei den Kulturbetrieben der Bereich Bühnenkunst mit 90 Prozent weniger Einnahmen betroffen. Die Kulturschaffenden im Bereich der Musik verzeichneten 76 Prozent weniger Einnahmen.
Die europäische Kulturindustrie habe vor der Corona-Krise zu den wirtschaftlichen Schwergewichten der Europäischen Union gezählt, so der Autor der Studie, Marc Lhermitte.
Im Jahr 2019 hatte die europäische Kulturindustrie mit 4,4 Prozent noch mehr zum Bruttoinlandsprodukt beigetragen als die Telekommunikation oder die Pharmaindustrie, allein in Deutschland verzeichnete die rund 1,2 Millionen Beschäftigte umfassende Kultur- und Kreativwirtschaft einen Umsatz in Höhe von rund 174,1 Milliarden Euro.
Frank Castorf (Archivbild) - SNA, 1920, 25.01.2021
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Neue Corona-Hilfen wichtiges Signal

Nun plant Bundesfinanzminister Olaf Scholz offenbar neue Hilfen für den von der Pandemie stark in Mitleidenschaft gezogenen Kulturbereich. Das teilte der Deutsche Kulturrat unter Bezugnahme auf ein Interview mit Scholz in seiner am Donnerstag erscheinenden Zeitung „Politik und Kultur“ mit.

Der Finanzminister bestätige in dem Interview, dass sein Ministerium an einem neuen Hilfsfonds arbeite. Finanziell gefördert sollten demnach etwa kleinere Kulturveranstaltungen, die wegen Corona mit deutlich weniger Publikum stattfinden müssen. Für größere Kulturveranstaltungen solle es eine Art Versicherung geben, die einspringe, wenn Events Corona-bedingt abgesagt werden müssten.
Die Kulturschaffenden sollten so ermuntert werden, früh genug zu planen, damit nach Ende der Pandemie Konzerte, Lesungen und Theater bald wieder stattfinden können.
Hamburgs Kultursenator und Vorsitzender des Deutschen Bühnenvereins, Carsten Brosda, bezeichnete den neuen Hilfefonds als „wichtiges Signal“. Es gäbe der Kulturwirtschaft eine Perspektive, dass ein Neustart auch ökonomisch möglich und darstellbar ist - wenn die Pandemie es dann irgendwann erlaube, dass es losgehen kann.
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