Mehrheit der Deutschen stuft Klimawandel als „Notfall“ ein – UN-Meinungsumfrage

© AP Photo / Czarek SokolowskiCO2-Emissionen (Symbolbild)
CO2-Emissionen (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.01.2021
Mehr als drei Viertel aller Deutschen sehen sich durch den Klimawandel bedroht. Dies geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Online-Umfrage „Peoples' Climate Vote“ hervor, die das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) gemeinsam mit der Universität Oxford in Auftrag gegeben hatte.
1,22 Millionen Menschen aus 50 Ländern nahmen zwischen Oktober und Dezember des abgelaufenen Jahres an der Umfrage teil. Das ist den Auftraggebern zufolge das größte Meinungsbild zum Thema Klimawandel, das je erhoben wurde. An der weltweiten Erfassung beteiligt war auch die Kommunikationsagentur Browning Environmental Communications mit Hauptsitz in London.
Die Einschätzung der Klimalage als Notfall ist innerhalb Europas unterschiedlich stark verbreitet.
Der Studie zufolge zeigten sich besonders Menschen in Italien und Großbritannien besorgt über die Auswirkungen des Klimawandels. 81 Prozent der Befragten dort äußerten Besorgnis angesichts heftigerer Hitzewellen, Dürren, sintflutartiger Regenfälle und Stürme.
Frankreich und Deutschland lagen in der Umfrage etwas dahinter. Dort bezeichneten 77 Prozent der Befragten die Bedrohung als „globalen Notfall“.
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Etwas niedriger lagen die Werte in Spanien (71), Schweden (66) und Polen (59 Prozent). In den kleinen Insel-Entwicklungsländern (Small Island Developing States/74 Prozent) und Ländern mit höheren Einkommen (72) kommt diese Einschätzung häufiger vor als in den am wenigsten entwickelten Ländern (58). Über alle Staaten hinweg teilen sie mehr als die Hälfte der Befragten (64 Prozent).
Die Mehrheit (79 Prozent) erachtet den Schutz von Land und Wäldern als effektivstes Mittel gegen den Klimawandel. An zweiter und dritter Stelle stehen jeweils die Reduktion von Essensabfällen (74 Prozent) und der Einsatz erneuerbarer Energien (71). Nur knapp über die Hälfte (57 Prozent) gaben die Förderung von Elektromobilität als Mittel der Wahl zum Klimaschutz an.
Die weltweite Auswertung ergab darüber hinaus, dass in den Staaten mit den höchsten Treibhausgasemissionen im Energiesektor die Zustimmung für die Förderung erneuerbarer Energien am höchsten ist. So lag sie in den USA als größtem Emittenten unter den Staaten der Umfrage bei 65 Prozent.
Die Ergebnisse basieren auf der Teilnahme an einem Computerspiel, in dem verschiedene Aspekte des Klimawandels abgefragt wurden. Das Spiel hätten die Forscher der Uni Oxford erstmals über Plattformen für Handyspiele verbreitet, um auch viele Jugendliche unter 18 Jahren zu erreichen, heißt es in einer Mitteilung. In Deutschland nahmen den Angaben zufolge 27.238 Spieler teil.
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