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Lockdown macht konsumfaul – und Angst vor Arbeitsverlust

© REUTERS / FABRIZIO BENSCHGeschlossene Geschäfte in Berliner Stadtmitte, 22. Januar 2021
Geschlossene Geschäfte in Berliner Stadtmitte, 22. Januar 2021 - SNA, 1920, 27.01.2021
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Die Verbraucher in Deutschland quittieren die unsichere Lage in der Corona-Pandemie mit Zurückhaltung. Experten sehen einen massiven Einbruch beim Konsumklima. Gleichzeitig sind aufgrund des Lockdowns, gerade im Handel, verstärkt Entlassungen angekündigt.
Inmitten des im Dezember verhängten harten Lockdowns ist das Konsumklima in Deutschland erneut eingebrochen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA). „Die Anschaffungsneigung bricht regelrecht zusammen“, heißt es in einer Mitteilung des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK auf der Grundlage seiner jüngsten Konsumklimastudie für den Februar 2021, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Fast historischer Tiefpunkt beim Konsumklima

„Die Schließung von Gastronomie und weiten Teilen des Handels Mitte Dezember 2020 hat die Konsumneigung ähnlich hart getroffen wie beim ersten Lockdown im Frühjahr des vergangenen Jahres“, sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl der DPA. Damals war das Konsumklima in historischer Weise auf einen Tiefpunkt gesunken.
Der von GfK ermittelte Wert für das Konsumklima in Deutschland liegt normalerweise vergleichsweise stabil bei etwa +10. Im Frühjahr 2020 sank er auf unter -20, erholte sich dann über den Sommer auf nahe Null und rutschte nun wieder auf -15,6 ab.
Dem Konsumklima stünden im ersten Quartal dieses Jahres schwierige Zeiten bevor „Für eine nachhaltige Erholung ist es notwendig, dass die Infektionszahlen stärker als bislang zurückgehen, damit die Maßnahmen spürbar gelockert werden können“, betonte Bürkl. „Die für dieses Jahr von vielen erhoffte Erholung wird noch etwas auf sich warten lassen.“

Hälfte der Deutschen in Sorge um ihre wirtschaftliche Zukunft

Inzwischen seien der GfK-Erhebung zufolge vier von fünf Bundesbürgern (81 Prozent) der Meinung, dass die Corona-Pandemie für Deutschland eine große oder sehr große Bedrohung darstellt. Das sei der höchste Wert, der seit Beginn der Erhebungen Mitte April 2020 gemessen worden sei. 54 Prozent seien auch besorgt um ihre eigene wirtschaftliche Zukunft. Das drücke auf die Einkommensaussichten. Denn: Mit der Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen steige auch die Furcht vor einer Pleitewelle in den betroffenen Branchen.
GfK hatte in seiner Studie im Auftrag der EU-Kommission im Zeitraum vom 7. bis 18. Januar 2021 rund 2000 Verbraucherinterviews geführt.
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Mehr Entlassungen als Einstellungen im Handel

Die gedämpften Konjunkturaussichten schlagen auch in den Personalplänen deutscher Unternehmen durch. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer fiel im Januar im Vergleich zum Dezember um einen halben Zähler auf 95 Punkte. „Der Lockdown führt insbesondere im Einzelhandel zu mehr Entlassungen“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest laut DPA am Mittwoch in München. In der Industrie stieg das Barometer zwar zum achten Mal in Folge. „Dennoch sind die Unternehmen, die angeben, ihre Mitarbeiterzahl zu verkleinern, noch in der Mehrheit.“
Das Ifo-Institut fragt die Unternehmen jeden Monat, ob die Zahl ihrer Beschäftigten in den nächsten drei Monaten zunimmt, gleich bleibt oder abnimmt. Überwiegen die negativen Bewertungen, sinkt das Barometer gegenüber dem Vormonat.
Im Handel seien aufgrund des Lockdowns verstärkt Entlassungen angekündigt, hieß es. „Die einzig positive Ausnahme sind die Supermärkte, wo weiter Mitarbeiter gesucht werden“, sagte Fuest. Expansive Personalpläne haben weiterhin die IT-Branche sowie Unternehmensberatungen. Trotz der Wintermonate wollen auch einige Unternehmen in der Bauwirtschaft ihr Personal aufstocken. Bei den Dienstleistern halten sich die Angaben zu Einstellungen und Entlassungen in etwa die Waage.
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