EMA entscheidet offenbar über Zulassung von Astrazeneca-Impfstoff bis Ende der Woche

© REUTERS / DADO RUVICEine Durchstechflasche und eine Spritze vor einem angezeigten AstraZeneca-Logo
Eine Durchstechflasche und eine Spritze vor einem angezeigten AstraZeneca-Logo  - SNA, 1920, 27.01.2021
Die Entscheidung über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca in der EU soll offenbar bis Ende der Woche fallen. Dies gab die Chefin der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) Emer Cooke per Video im Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments bekannt.
„Die Bewertung wird derzeit abgeschlossen, und wir hoffen sehr auf eine Entscheidung in dieser Woche“, wird sie von der Zeitung „The Irish Times“ zitiert.

Begrenzte Zulassung für bestimmte Altersgruppen möglich

Wie die „Welt“ berichtete, wollte der gesundheitspolitische Sprecher der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europäischen Parlament, Peter Liese, wissen, wie die Optionen wären, die man bei der Zulassung von Astrazeneca in Betracht ziehen könne.
Cooke erwiderte, sie könne der Entscheidung nicht vorgreifen. Eine begrenzte Zulassung nur für bestimmte Altersgruppen sei aber grundsätzlich möglich. Sie verwies auf ungenügende Daten: Nur „sehr, sehr wenige“ ältere Menschen hätten an den entsprechenden Studien teilgenommen. „Unser Wissenschaftlicher Ausschuss schaut sich ja Gesamtdaten an“, betonte sie am Dienstagnachmittag. Momentan gingen immer noch neue Daten vom Hersteller ein, die berücksichtigt würden. Dies trage dazu bei, die Leistung des Impfstoffs besser zu beurteilen, so Cooke.
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Zuvor hatten die „Bild“-Zeitung und das „Handelsblatt“ berichtet, beim Impfen mit der Vakzine von Astrazeneca sei bei über-65-Jährigen mit einer Wirksamkeit von nur acht Prozent zu rechnen. Das Unternehmen und ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wiesen die Zahl entschieden zurück. Liese kritisierte die Berichterstattung ebenfalls und bezeichnete sie als „eine ganz böse Zeitungs-Ente“. Die genaue Wirksamkeit des Impfstoffs müssten die Experten beurteilen, aber sie sei eher bei 80 Prozent als bei acht Prozent, äußerte er.

Sicherheit für Schwangere, chronisch Kranke und Kinder muss noch zusätzlich untersucht werden

Als die Grünen-Abgeordnete aus Luxemburg Tilly Metz sich an die EMA-Chefin mit der Frage über die Sicherheit der Impfstoffe für Kinder, Schwangere und chronisch Kranke wandte, sagte Cooke, es gebe bisher keine Impfstoffuntersuchungen mit Schwangeren und Kindern. Auch für chronisch Kranke müssten noch weitere Untersuchungen vorgenommen werden.
Zudem lägen noch keine Studien vor, die nachweisen würden, dass eine geimpfte Person kein Covid-19-Träger werden könne.
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Hinsichtlich der bisher zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna behauptete Cooke, diese seien gegen die in Großbritannien entdeckte Virus-Mutation B.1.1.7. wirksam. „Bei der südafrikanischen Variante bedarf es noch einiger Arbeiten“, sagte sie.
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