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Deutschland in den Top-20: Welche Länder sind am stärksten von Wetterextremen betroffen

© REUTERS / HANNIBAL HANSCHKEBerlin nach dem starken Schneefall am 3. Januar 2021
Berlin nach dem starken Schneefall am 3. Januar 2021 - SNA, 1920, 26.01.2021
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Hitzewelle und Trockenheit haben dafür gesorgt, dass Deutschland für 2018 auf den dritten Platz des Klima-Risiko-Index gelandet ist. Über die beiden zurückliegenden Jahrzehnte gerechnet, liegt die Bundesrepublik auf dem 18. Rang der List der weltweit am stärksten von Wetterextremen betroffenen Ländern.
Deutschland gehört seit Anfang der 2000er-Jahre zu den weltweit am stärksten von Wetterextremen betroffenen Ländern. Das geht aus dem Globalen Klima-Risiko-Index hervor, den die Umweltorganisation „Germanwatch“ am Montag vorgestellt hat, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA). Demnach belegt Deutschland im „Langfrist-Vergleich“ Platz 18 unter den Ländern, die am stärksten mit Hitzewellen, Dürren und Stürmen zu kämpfen hatten. An der Spitze liegen die Länder Puerto Rico, Myanmar und Haiti. Russland belegte demnach im Jahr 2019 Platz 39 und 32 insgesamt im Zeitraum von 2000 bis 2019.

Mehr als 10.000 Tote in Deutschland

Von 2000 bis 2019 starben in Deutschland der Analyse zufolge mehr als 10.700 Menschen durch Extremwetterereignisse – vor allem infolge von Hitzewellen. Der wirtschaftliche Schaden lag für Deutschland jährlich im Schnitt bei 4,27 Milliarden US-Dollar (circa 3,54 Milliarden Euro).
Hitzewelle und Trockenheit sorgten dafür, dass Deutschland für 2018 sogar auf den dritten Platz der Betroffenen-Liste kam. Schlimm zu schaffen machten den Deutschen das Hitzejahr 2003 und eben 2018, aber auch Orkan „Kyrill“ 2007 und mehrere „Jahrhundert“-Überflutungen an Elbe und Donau.
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Der jährlich veröffentlichte Klima-Risiko-Index basiert auf einer Datenbank des Rückversicherers „Munich Re“ und Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er vergleicht die durch Extremwetter verursachten Todeszahlen und Sachschäden nach Kaufkraftparitäten, und zwar sowohl die absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl und zum Bruttoinlandsprodukt. Allerdings fehlen Informationen über Hitzeschäden in weiten Teilen Afrikas.

Vor allem Entwicklungsländer betroffen

Extremwetterereignisse treffen in der Gesamtbetrachtung vor allem Entwicklungsländer. An der Spitze der Negativ-Liste für das Jahr 2019, das neben dem 20-Jahre-Zeitraum ebenfalls analysiert wurde, stehen Mosambik, Simbabwe und die Bahamas, die es mit schweren Wirbelstürmen, Überflutungen und Erdrutschen zu tun hatten. Deutschland landet für 2019 auf Platz 56 unter den 180 Ländern, deren Daten in die Studie eingeflossen sind.
Schwere Schäden gehen in Mosambik, Simbabwe und Malawi (Rang fünf im Index für 2019) auf den Zyklon „Idai“ zurück. Es war der bis dahin verheerendste Wirbelsturm, der jemals im westlichen Indischen Ozean beobachtet wurde. Die drei afrikanischen Länder hatten zusammen mehr als 1100 Todesopfer zu beklagen und verzeichneten einen Gesamtschaden von mehr als sieben Milliarden US-Dollar.
„Eine Reihe von Ländern wie Haiti, die Philippinen oder Pakistan werden mittlerweile so oft von Wetterextremen heimgesucht, dass sie kaum noch in der Lage sind, sich von den einzelnen Katastrophen zu erholen“, sagt Vera Künzel, Referentin für Anpassung an den Klimawandel und Menschenrechte bei „Germanwatch“ und eine der Index-Autorinnen.

Industrienationen sollen Entwicklungsländer mehr unterstützen

Mit Blick auf den internationalen Klimagipfel „Climate Adaptation Summit“ am 25. und 26.Januar appellierte „Germanwatch“ an die Industrienationen, die von Wetterextremen besonders schwer getroffenen Entwicklungsländer stärker zu unterstützen und ihnen zusätzliche Mittel bereitzustellen.
Im Pariser Klimaabkommen hatten sich 2015 die wohlhabenderen Länder verpflichtet, umgerechnet 80 Milliarden Euro pro Jahr an ärmere Staaten für Klimaschutz zu zahlen. Nach aktuellen Studien liegen die tatsächlichen Zahlungen jedoch weit darunter. Ärmere Staaten, „die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben, benötigen nun dringend finanzielle und technische Unterstützung“, sagte David Eckstein, einer der Autoren des Klima-Risiko-Index.
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