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Von Nazis geraubte und von Salzburg Museum zurückgegebene Kunstgegenstände in Russland ausgestellt

© Foto : Salzburg Museum Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich Dmitriy Lyubinskiy und Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei der Übergabe
Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich Dmitriy Lyubinskiy und Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei der Übergabe - SNA, 1920, 26.01.2021
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Fünf antike Grabreliefs und drei Amphoren, die im Zweiten Weltkrieg nach Salzburg gebracht wurden, hat das Salzburg Museum nun an das Historisch-Archäologische Museum in Temryuk in der Region Krasnodar am Schwarzen Meer zurückgegeben. Die Kulturgüter aus hellenistischer Zeit werden jetzt dort ausgestellt, wo sie sich vor dem Krieg befanden.
1943 raubte Rudolf Konrad, General der Gebirgstruppen der Wehrmacht, diese acht Kulturgüter als Kriegsbeute und schenkte sie dem Gauleiter von Salzburg Gustav Adolf Scheel. Bei der offiziellen Übergabe der Kunstgegenstände an den russischen Botschafter Dmitrij Ljubinskij im Salzburg Museum erklärte Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer: "Die Rückstellung ist ein Zeichen unserer gemeinsamen Geschichte und Beziehungen und ein konkretes Beispiel für den Sotschi-Dialog zur Vertiefung der kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und Russland.“
"Die Initiative des Salzburg Museums ist ein seltenes Beispiel der Bereitschaft während des Großen Vaterländischen Krieges geraubte Kulturgüter in zivilisierter Manier auf Eigeninitiative und nicht verbunden mit Gegenforderungen an Russland zurückzugeben. Damit leistet das Museum seinen Beitrag zur Rückkehr eines Teils der riesigen Menge geraubter und scheinbar für immer verlorener Kulturgüter nach Russland und symbolisiert die Wiederherstellung des kulturellen Erbes unsers Landes.“
Dmitrij Ljubinskij - SNA
Dmitrij Ljubinskij
Russlands Botschafter in Wien
Der Botschafter verwies auf die besondere Rolle des Direktors des Salzburg Museum Martin Hochleitner, der die Übergabe der in seinen Lagerräumen aufbewahrten Artefakte initiierte. „Unsere ausschließliche Motivation war die Rückgabe der Objekte an ihren angestammten Platz“, so der Museumsdirektor im SNA-Interview. „Das historische Unrecht war in dieser Angelegenheit evident. Gegenforderungen wurden von unserer Seite nicht gestellt. Ausschlaggebend war ein 2018 realisiertes Ausstellungs- und Publikationsprojekt zur Geschichte des Salzburg Museum in der Zeit des Nationalsozialismus.“
„Im Zuge der Recherchen haben wir mehrere Briefe aus der NS-Zeit gefunden“, sagte Hochleitner weiter.
„Aus ihnen wurde klar, dass die Kulturgüter zu Unrecht aus Temryuk nach Salzburg gekommen waren. Wir haben hierauf unser Kuratorium darüber informiert. Gemeinsam haben wir beschlossen, die Kulturgüter zurückgeben zu wollen. Stadt und Land Salzburg haben diesen Wunsch genehmigt. Alles Weitere ging dann schnell. Das russische Konsulat in Salzburg und die russische Botschaft in Wien haben auf unsere erste Kontaktaufnahme sofort reagiert und uns gemeinsam mit den österreichischen Behörden beim Rückgabevorhaben bestens unterstützt.“
Direktor des Salzburg Museum Dr. Martin Hochleitner - SNA
Martin Hochleitner
Direktors des Salzburg Museum

Ist das Salzburg Museum dadurch ärmer geworden?

Keinesfalls, antwortet der Kunsthistoriker. „Obwohl es sich um einzigartige Objekte unserer Sammlung handelte. Aber es überwiegt die Freude, dass diese Kulturgüter wieder an ihren ursprünglichen Ort im Museum in Temryuk zurückkehren konnten. Der Austausch mit den russischen Kolleginnen und Kollegen war zudem eine wertwolle Erfahrung für uns. Sollten sich hieraus weitere Kooperationen ergeben können, würden wir uns sehr freuen.“
© Foto : Museum SalzburgDirektor Martin Hochleitner, Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich Dmitriy Lyubinskiy und Generalkonsul der Russischen Föderation in Salzburg Sergej Maguta bei einem Vorbesrpechungstermin
Direktor Martin Hochleitner, Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich Dmitriy Lyubinskiy und Generalkonsul der Russischen Föderation in Salzburg Sergej Maguta bei einem Vorbesrpechungstermin - SNA, 1920, 26.01.2021
Direktor Martin Hochleitner, Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich Dmitriy Lyubinskiy und Generalkonsul der Russischen Föderation in Salzburg Sergej Maguta bei einem Vorbesrpechungstermin
Das Museum in Temryuk wurde 1920 auf Initiative der Lehrer der Stadt gegründet. Während der Besetzung in den Jahren 1942-1943 wurden eine Sammlung schwarz lackierten griechischen Geschirrs, Bronze, eine wissenschaftliche Bibliothek und eine Kunstgalerie vernichtet. Der Gesamtschaden des Museums betrug rund neun Millionen Rubel. Die alten Griechen nutzten die im Krieg geraubten und nun zurückgegebenen Amphoren seinerzeit zur Lagerung und für den Transport von Wein von Griechenland in die östlichen Kolonien an der Schwarzmeerküste. Reliefs schmückten auch die Grabsteine ​​edler Bürger und Krieger, wie die Bilder auf ihnen belegen.
© Foto : Salzburg Museum Direktor Martin Hochleitner, Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich Dmitriy Lyubinskiy und Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei der Übergabe
Direktor Martin Hochleitner, Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich Dmitriy Lyubinskiy und Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei der Übergabe - SNA, 1920, 26.01.2021
Direktor Martin Hochleitner, Botschafter der Russischen Föderation in der Republik Österreich Dmitriy Lyubinskiy und Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei der Übergabe
„Das Gesamtvorhaben des Salzburg Museum wurde in den letzten Monaten in ganz Österreich medial thematisiert“, sagte Dr. Martin Hochleitner. „Besonders als Bundespräsident Alexander van der Bellen im Mai 2019 Präsident Wladimir Putin über das Rückgabevorhaben informierte. Das war im Rahmen eines Staatsbesuches in Sotschi und unterstreicht wohl auch die hohe Symbolik, die man der Rückgabe für die Beziehung zwischen Österreich und Russland beimessen kann.“
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