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Jogginghosen-Boom – Ja oder nein?

© CC0 / Pixabay / Ratna FitryJogginghose (Symbolbild)
Jogginghose (Symbolbild) - SNA, 1920, 26.01.2021
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„Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren” – die Lagerfeld-Weisheit scheint in der Corona-Krise so wahr wie nie zuvor. Doch was sagen eigentlich Marktforscher?
Es sei das Jahr, gar die Ära, der Jogginghose, wird angesichts der Corona-Krise gern behauptet. Schließlich säßen Millionen Menschen derzeit im Homeoffice im gemütlichen Dress, teilt die Deutsche Presse-Agentur am Diesntag mit. Die bequeme weiche Sporthose boome, junge Leute, vor allem Männer, tragen Sweatpants schon lange auch auf der Straße. Selbst Influencerinnen posierten nun darin auf der heimischen Couch statt im Kleid an pittoresken Orten. Stimmt das alles so? Was sagen eigentlich Marktforscher dazu?
„Die Menge der insgesamt verkauften Jogginghosen steigt nicht, geht aber - zumindest bei den Herren - deutlich weniger zurück als der Gesamtmarkt Hose”, heißt es vom Konsumforschungsunternehmen GfK in Nürnberg übers Corona-Jahr 2020.
„Der Anteil Jogginghosen, die "nicht zum Sport" gekauft werden, steigt insgesamt von gut 40 Prozent auf knapp 50 Prozent. Und: Männer geben für die "Jogginghose für Zuhause" mehr aus als Frauen und deutlich mehr als im Jahr davor”, zitiert die dpa das Konsumforschungsunternehmen. Also relativ gesehen boomt die Jogginghose tatsächlich.
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Es kann natürlich keinen Text über Jogginghosen ohne das berühmte Zitat von Karl Lagerfeld geben:
„Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.”
Karl Lagerfeld
Designer, Fotograf und Kostümbildner
Der „Tagesspiegel” analysierte, der 2019 gestorbene Lagerfeld habe verstanden, dass Mode immer ein Seismograph für die Sehnsüchte der Leute sei. Deshalb: „Wenn der Anzug die Rüstung war, mit der man sich im Arbeitsleben sicher fühlte, ist die Jogginghose die weiche Hülle in einem harten Alltag: Die Priorität liegt, den Zeiten angemessen, darauf, sich wohlzufühlen - nicht zu repräsentieren.”

Radikal legere Kleidung „zieht runter”

Die Mode-Designerin Jil Sander hält nichts vom in der Coronavirus-Pandemie weit verbreiteten Jogginghosen-Stil. „Sich radikal leger zu kleiden, zieht runter” sagte zuvor die in Schleswig-Holstein geborene Modeschöpferin der „New York Times".
„Ich bin eine Modernistin und glaube daran, die Zukunft zu kartieren. Dass die Mode immer wieder derart nostalgische Wendungen nimmt, verblüfft mich”, zitierte die dpa Sanders.
„Wenn wir uns die Trends von gestern anziehen, dann setzt das unsere Kapazitäten herab, uns mit aktuellen Problemen zu befassen. Wenn man sich morgens keine Mühe gibt, dann verzögert das den Tag und verwirrt einen. Wenn wir die Welt verändern wollen, dann müssen wir uns weiter erneuern.”
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„Casualisierung” durch Corona-Krise zugenommen

„Den Trend zu Casual, zu leichter, bequemer und lockerer Mode, gibt es schon länger”, zitierte zuvor das Portal tagesschau.de Martijn Hagman, den Vorstandschef von Tommy Hilfinger. Diese „Casualisierung” habe aber durch die Corona-Krise noch zugenommen.
Laut Modeexperte Carl Tillessen vom Deutschen Mode-Institut in Köln bleibt die Jogginghose noch lange angesagt: „Wir haben ein Jahr lang die pflegeleichteste und bequemste Kleidung, die es auf dem Markt gibt, getragen und das werden wir auch nicht wieder aufgeben.”
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