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Homeoffice: Arbeitsmodell der Zukunft? Zufriedenheit hoch – Studie

Homeoffice (Symbolbild) - SNA, 1920, 26.01.2021
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Unabhängig von ihrer Position sind Angestellte von Unternehmen zufrieden mit der Arbeit im Homeoffice. Auch die Leistung im Homeoffice schätzen alle als höher ein als am gemeinsamen Arbeitsort. Das sind die vorläufigen Ergebnisse einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik.
Durch den erneuten Lockdown haben viele Unternehmen ihre ganze oder Teile der Belegschaft ins Homeoffice geschickt, um weitere Infektionen zu verhindern. Solche Verlagerungen der Arbeit wären um die Jahrtausendwende noch undenkbar gewesen. Im Jahr 2020 dagegen waren bereits zum ersten Lockdown im März die nötige leistungsfähige Technik, Infrastruktur und differenzierte Software-Angebote für diesen Schritt vorhanden. So konnten etwa gemeinsame Dokumente in die Cloud und die persönlichen Gespräche vom Arbeitsplatz in die Videokonferenz umziehen.

Zufriedenheit mit Homeoffice ist hoch

So weit, so gut, aber wie zufrieden ist Deutschland im Homeoffice? Das wollte das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (Fraunhofer FIT) genauer wissen und hat dafür Anfang April 2020 eine Homeoffice-Umfrage gestartet. Bereits im Mai 2020 lagen die ersten Ergebnisse vor: Über 80 waren demnach mit der Arbeit im Homeoffice zufrieden: 85 Prozent der Männer und 79 Prozent der Frauen. Diese Zahl sollte in der Folge noch steigen.
Diese Zufriedenheit stieg in der Zeit und erreichte einen Höhepunkt in den Sommermonaten – ein Hoch, das nur noch im Januar 2021 übertroffen werden sollte, als die Zahlen wieder im Steigen waren und verstärktes Homeoffice als Maßnahme wieder im Raum stand. Dabei sind laut den Daten des Fraunhofer FIT Führungskräfte mit dieser Form der Arbeit sogar am glücklichsten. Die Zufriedenheit ist branchenübergreifend hoch, führend ist aber die IT-Branche, auf die Finanzbranche und das produzierende beziehungsweise verarbeitende Gewerbe folgen.
© Foto : Fraunhofer FITFührungskräfte sind im Schnitt sogar etwas zufriedener als Mitglieder des Teams von Unternehmen
Führungskräfte sind im Schnitt sogar etwas zufriedener als Mitglieder des Teams von Unternehmen - SNA
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Führungskräfte sind im Schnitt sogar etwas zufriedener als Mitglieder des Teams von Unternehmen
© Foto : Fraunhofer FITDie größte Zufriedenheit herrscht, wie zu erwarten war, in der IT-Branche. Aber auch im produzierenden/verarbeitenden Gewerbe ist sie recht hoch.
Die größte Zufriedenheit herrscht, wie zu erwarten war, in der IT-Branche. Aber auch im produzierenden/verarbeitenden Gewerbe ist sie recht hoch. - SNA
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Die größte Zufriedenheit herrscht, wie zu erwarten war, in der IT-Branche. Aber auch im produzierenden/verarbeitenden Gewerbe ist sie recht hoch.
© Foto : Fraunhofer FITIm April waren technische Hürden zu überwinden, dann funktionierte das Homeoffice. Diese Entwicklung hat sich in der Zufriedenheit mit dem Homeoffice im Zeitverlauf niedergeschlagen.
Im April waren technische Hürden zu überwinden, dann funktionierte das Homeoffice. Diese Entwicklung hat sich in der Zufriedenheit mit dem Homeoffice im Zeitverlauf niedergeschlagen. - SNA
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Im April waren technische Hürden zu überwinden, dann funktionierte das Homeoffice. Diese Entwicklung hat sich in der Zufriedenheit mit dem Homeoffice im Zeitverlauf niedergeschlagen.
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Führungskräfte sind im Schnitt sogar etwas zufriedener als Mitglieder des Teams von Unternehmen
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Die größte Zufriedenheit herrscht, wie zu erwarten war, in der IT-Branche. Aber auch im produzierenden/verarbeitenden Gewerbe ist sie recht hoch.
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Im April waren technische Hürden zu überwinden, dann funktionierte das Homeoffice. Diese Entwicklung hat sich in der Zufriedenheit mit dem Homeoffice im Zeitverlauf niedergeschlagen.
Bei der Zufriedenheit spielen natürlich auch verschiedene weitere Faktoren mit rein, etwa ob Kitas und Schulen offen oder geschlossen haben. „Die Zufriedenheit steigt seit zwei, drei Wochen und das ist genau die Zeit, seit der die Schulen wieder geöffnet haben“, erklärte Wolfgang Prinz, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT, gegenüber SNA-News bereits im Mai 2020. Damit seien Zusatzbelastungen im Homeoffice wie Homeschooling und das Teilen von gemeinsamen Rechnern weggefallen und die Mitarbeiter im Homeoffice konnten konzentrierter Arbeiten. Dieses Problem dürfte sich derzeit wieder verstärkt auf die Gemütslage auswirken.
Eine andere Schwierigkeit, die mit der Zeit abgenommen habe: die vielen unterschiedlichen Kommunikationsmedien fürs Homeoffice, Zoom, Skype, Jitsi und wie sie alle heißen – durch die die Mitarbeiter sich erst durchschlagen mussten. „Das hat sich zwischenzeitlich gelegt. Wir haben dazu gelernt, wie wir die verschiedenen Medien nutzen können“, so Prinz.
Das virtuelle Office von Audi - SNA, 1920, 22.01.2021
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Persönliche Leistung im Homeoffice höher

Die Befragten sollen aber auch die eigene Leistung und die Leistung im Team als besser eingeschätzt haben, wobei allerdings die Teamleistung im Vergleich schlechter abschnitten. Auch hier ist die Erklärung eigentlich naheliegend: „Man kann im Homeoffice sehr gut individuell und konzentriert arbeiten. Die Zusammenarbeit im Team ist auch möglich, aber geringer“, erläutert Prinz und schließt daraus: „Ich glaube, dass die Ergebnisse eigentlich darauf hindeuten, dass Homeoffice eine sehr gute Ergänzung zur normalen Arbeit sein kann und dass man damit auch in Zukunft zu einer hybriden Arbeitsform finden kann.“

Homeoffice-Manko: Das soziale Miteinander fehlt

Denn Homeoffice allein scheint auch nicht die Lösung für alles zu sein. Sonst hätten nicht 85 Prozent der Befragten angegeben, dass ihnen der persönliche Austausch mit den Kollegen zuhause doch ziemlich fehlt. Der fachliche Austausch lag mit 66 Prozent der Stimmen zwar niedriger, war aber immer noch wichtig. Fast genauso wichtig wie letzterer waren übrigens gemeinsame Kaffeepausen und Mittagessen mit jeweils etwa 65 Prozent.
„Dieser Kaffeeplausch, die Ad-hoc-Information auf dem Flur, das schnelle Laufen in ein anderes Büro – das führt immer wieder zur Erzeugung immer neuer Ideen, zu Kreativität, zu einem Teamzusammenhalt. Das vermissen die Leute“, kommentiert der Fraunhofer-Forscher. „Ich denke, das muss man in Zukunft so organisieren, dass man sagt: Wenn wir ins Büro kommen, nutzen wir die Zeit auch genau für diese sozialen Aktivitäten, für kreative Tätigkeiten, für Besprechungen. Und wenn wir im Homeoffice sind, konzentrieren wir uns.“
Wolfgang Prinz
Stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT
Die Umfrage läuft immer noch und der Fragebogen kann hier ausgefüllt werden.
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