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Hilfsorganisationen fordern „Erlassjahr 2020“ für überschuldete Länder in der Corona-Krise

© REUTERS / SIPHIWE SIBEKOCorona-Ausbruch in Südafrika
Corona-Ausbruch in Südafrika - SNA, 1920, 26.01.2021
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In seinem am Dienstag vorgestellten Schuldenreport 2021 warnt das Hilfswerk Misereor eindringlich vor der zunehmenden Verschuldung im Globalen Süden und deren Auswirkungen, gerade auch im Gesundheitsbereich. Laut dem Bericht ist durch die Corona-Pandemie die Lage weltweit noch dramatischer geworden.
Von den 148 untersuchten Ländern im Globalen Süden seien 132 kritisch verschuldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit acht neue Länder hinzugekommen.
„Bereits vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie waren 124 von 154 der im aktuellen Schuldenreport untersuchten Länder kritisch verschuldet. In über 60 Prozent dieser Länder hat sich die Situation seit 2014 immer weiter verschlechtert. Aktuell haben 19 Staaten die Zahlungen an ihre ausländischen Gläubiger ganz oder teilweise eingestellt“, heißt es in dem Bericht.
In den vergangenen Jahren seien es kleinere Staaten wie Somalia, Eritrea und der Sudan gewesen, die ihre Schulden nicht hätten bedienen können. 2020 sei mit Argentinien erstmalig ein wirtschaftliches Schwergewicht hinzugekommen, das sich nun teilweise im Zahlungsausfall befinde.
Euro-Geldscheine (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.01.2021
„Hartz IV auf mindestens 600 Euro anheben“ – Gewerkschaften und Verbände mit gemeinsamem Appell
Schon vor der Corona-Krise hätten hochverschuldete Länder dramatische Kürzungen an den Gesundheits- und Sozialbudgets vornehmen müssen, um ihre Schulden zu bedienen. Nun sei vielerorts die Gesundheitsversorgung zusammengebrochen.

„Viele arme Länder haben wenig Spielraum, um die Folgen der Pandemie zu bekämpfen. Die Schuldensituation begrenzt die Handlungsfähigkeit zusätzlich“

Kristina Rehbein
Politische Referentin des Entschuldungsbündnisses erlassjahr.de
Misereor fordert zusammen mit mehr als 200 anderen Organisationen in einem weltweiten Positionspapier von den Gläubigerregierungen ein „Erlassjahr 2020“ für überschuldete Länder, also die Streichung aller im Jahr 2020 fälligen Schuldendienstzahlungen.
„Misereor setzt sich für eine Entschuldungsinitiative ein, da es trotz der seit Jahren steigenden Verschuldung noch immer kein international koordiniertes Verfahren zur Bewältigung neuerlicher Schuldenkrisen gibt“, so Klaus Schilder, Experte für Entwicklungsfinanzierung. „Nur ein umfassendes und rechtsverbindliches Staateninsolvenzverfahren kann die aktuelle Schuldenkrise lösen und künftigen Krisen vorbeugen.“
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