„Wir müssen noch strenger werden“: Merkel gegen mögliche Lockerungen – Blatt

© REUTERS / MICHEL KAPPELERBundeskanzlerin Angele Merkel beim Anproben einer FFP-2-Maske
Bundeskanzlerin Angele Merkel beim Anproben einer FFP-2-Maske - SNA, 1920, 26.01.2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel soll sich bei einer internen Schalte mit den Unions-Fraktionsbossen von Bund und Ländern für die Verschärfung der Corona-Maßnahmen ausgesprochen und vor den Auswirkungen der möglichen Corona-Mutationen gewarnt haben.
„Wir müssen noch strenger werden, sonst sind wir in 14 Tagen wieder da, wo wir waren“, zitiert die „Bild“-Zeitung aus der internen Unions-Schalte. Sie habe die Lage als „furchtbar“ bezeichnet. „Uns ist das Ding entglitten“, soll die Regierungschefin geäußert haben.

Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 drücken

Deutschland müsse auf eine Corona-Inzidenz von 50, also auf den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, kommen, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, habe Merkel gesagt. Erst dann könnte der Impfstoff „Aussicht auf ein Ende“ bereiten. Bei niedrigen Fallzahlen würde es nicht zu neuen Virusmutationen kommen.
Menschen in Dortmund, Deutschland - SNA, 1920, 26.01.2021
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Auch die Vorsitzende des Bundesverbands der deutschen Amtsärzte, Ute Teichert, hat von der Notwendigkeit gesprochen, die Inzidenz langfristig unter 50 zu halten. Erst dann sind ihrer Ansicht nach Lockerungen möglich.
„Als Zielvorstellung halte ich eine Zero-Covid-Strategie, also eine Orientierung an einer Inzidenz im einstelligen Bereich für richtig“, wird sie von der dpa zitiert.
Am Dienstagmorgen verzeichnete Deutschland rund 107 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Öffnungen Mitte Februar nicht gesichert

Laut der „Bild“ ist die Kanzlerin unzufrieden, weil schon wieder über Öffnungen diskutiert wird:

Die Öffnungen Mitte Februar sind nicht gesichert“, habe sie deutlich gemacht.

Jedenfalls müssten Kitas und Schulen öffnen dürfen, dann Geschäfte und erst dann Restaurants.
Alte Nationalgalerie in Berlin (Symbolbild) - SNA, 1920, 26.01.2021
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Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur forderte der Deutsche Städte- und Gemeindebund klare Perspektiven für eine Lockerung der Corona-Beschränkungen, vor allem für Kitas und Grundschulen. Laut dem Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg ist eine „abgestufte Exit-Strategie aus dem Lockdown“ nötig. Die Lockerungen würden sich regional voneinander unterscheiden, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag).

„Flugverkehr so ausdünnen, dass man nirgendwo mehr hinkommt“

Angesichts der Gefahr der Ausbreitung der neuen, ansteckenderen Virusmutationen sei Merkel auf die Notwendigkeit eingegangen, die relativ hohe Anzahl der reisenden Deutschen zu reduzieren: „Wir müssen den Flugverkehr so ausdünnen, dass man nirgendwo mehr hinkommt“, soll sie gesagt haben. Durch die Mutationen lebe Deutschland „auf einem Pulverfass“.
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