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Gesundheit aus dem Onlineshop? - Erstes Impfzentrum von Amazon eröffnet

© REUTERS / Pascal RossignolEine Niederlassung von Amazon
Eine Niederlassung von Amazon - SNA, 1920, 26.01.2021
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Tausende Menschen werden in Seattle in einer neuen Klinik geimpft werden – dank Amazon. Abseits der bekannten Lohnprobleme zeigt sich das Unternehmen in der Pandemie sehr gesundheitsbewusst und will Joe Biden mit allen Mitteln unterstützen. Vielleicht auch, weil Amazon im Gesundheitswesen ein Monopol schaffen will?
Amazon liefert nicht nur medizinisches Zubehör, jetzt wird beim US-Riesen auch noch geimpft, wie verschiedene US-Medien und der Amazon Watchblog berichten. Dafür hat das Unternehmen in Seattle, wo es seinen Sitz hat, in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsdienst "Virginia Mason Franciscan Health" eine Popup-Klinik eingerichtet.
Die Aufgabe der Klinik ist es, zur Impfung der Bevölkerung in der Heimatstadt des Unternehmens beizutragen. Wie es außerdem in der Pressemitteilung heißt, habe das Unternehmen mit einer Million Covid-19-Tests landesweit in seinen über 650 Standorten gegen die Pandemie gewirkt.
Logo von Amazon Web Services - SNA, 1920, 24.01.2021
Digitale Pandemie: Draußen droht Corona, drinnen Amazon
Das kommt nicht von ungefähr: In einem Schreiben an den neuen US-Präsidenten Joe Biden soll Amazon-Chef Jeff Bezos bereits angeboten haben, ihn bei mit allen Mitteln des Unternehmens zu unterstützen, um 100 Millionen Amerikaner in 100 Tagen zu impfen. Dafür könnten Filialen in Impfzentren umgewandelt, die gesamte Logistik des Unternehmens in Dienst gestellt werden und deren Kommunikationskanäle genutzt werden.
Das Angebot wirkt weniger selbstlos, wenn man bedenkt, dass Amazon schon seit einiger Zeit sein eigenes Gesundheitssystem aufbauen will, weil das amerikanische in vielen Belangen von US-Bürgern versagt. An die 30 Millionen Menschen leben dort ohne jede Krankenversicherung. Die Vernetzung von Ärzten und die gängigen Behandlungen von Patienten lassen zu wünschen übrig.

Amazons Interesse an Gesundheit bleibt

Vor drei Jahren hat sich deswegen Amazon mit "Berkshire Hathaway" und "JPMorgan Case" zusammengeschlossen, um eine unabhängige Gesundheitsversorgung namens „Haven Healthcare“ aufzubauen. Das Ziel: Eine hochwertige, transparente Gesundheitsversorgung für einen angemessenen Preis. Allerdings schaffte es das Venture nicht, das Gesundheitssystem im Preis zu schlagen, außerdem kam die Pandemie zu einem ungünstigen Zeitpunkt dazwischen. Vor wenigen Wochen wurde das Venture offiziell wieder aufgelöst, im Februar werden die Aktivitäten eingestellt.
Aber das heißt nicht, dass Amazon selbst untätig blieb: Erst im November 2020 gründete es mit dem Dienst „Amazon Pharmacy“ eine privatisierte landesweite Online-Apotheke. Auch im Bereich Telemedizin will das Unternehmen nichts weniger als digitale Diagnosen und die Verschreibung von Medikamenten anbieten, eine „alternative Gesundheitsinfrastruktur“ bieten, wie es Riffreporter bezeichnet.
Ist das Impfzentrum in Seattle losgelöst von alledem zu sehen und eine humanistische Geste? Ist es ein kluger PR-Schachzug, um auf die Präsenz Amazons im Gesundheitswesen hinzuweisen? Ist es die Tat, die auf das Angebot folgt, das Bezos dem US-Präsidenten Biden gemacht? Und falls ja: Wird eine Hand die andere waschen?
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