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„Ungleichheitsvirus“: Corona verschärft soziale Kluft zwischen Arm und Reich

© REUTERS / WOLFGANG RATTAYPassanten in Deutschland (Symbolbild)
Passanten in Deutschland (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.01.2021
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Die Coronavirus-Pandemie wird laut einer Studie der Hilfsorganisation Oxfam die soziale Ungleichheit in mehreren Ländern verschärfen. Die Lösung liegt in einem gerechten Wirtschaftssystem, heißt es im Oxfam-Bericht.

„Diese Krise verschärft die vorher schon dramatischen Unterschiede zwischen Arm und Reich, zwischen den Geschlechtern und zwischen Weißen und Black, Indigenous and People of Color (BIPoC)“, so der Bericht.

Oxfam befragte 295 Wirtschaftswissenschaftler aus 79 Ländern – 87 Prozent der Befragten erwarten, dass die Einkommensungleichheit in ihrem Land wegen der Pandemie zunehmen oder stark zunehmen wird. Mehr als die Hälfte ist der Ansicht, dass die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich zunimmt. Mehr als zwei Drittel erwarten, dass die Ungleichheit zwischen Weißen und BIPoC zunehmen wird.
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Besonders betroffen seien Menschen in Armut. Sie lebten häufiger in beengten Verhältnissen, teilweise ohne Wasser und sanitäre Einrichtungen. Viele, insbesondere im informellen Sektor Tätige, könnten nicht von zu Hause aus arbeiten. In vielen Ländern arbeiteten insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte häufig im Gastgewerbe, im Gesundheits- und Pflegewesen und in anderen Bereichen, in denen eine Ansteckung wahrscheinlicher ist. Diese Menschen litten auch häufiger unter Vorerkrankungen, die das Risiko schwerer Krankheitsverläufe erhöhen. „Das Virus trifft nicht alle gleich“, die zitiert Deutsche Presse-Agentur aus dem Oxfam-Bericht.
Gleichzeitig hatten die 1000 reichsten Menschen der Welt schon neun Monate nach dem Pandemie-Ausbruch wieder so viel Vermögen wie in der Zeit davor. Die weltweit ärmsten Menschen hingegen könnten länger als ein Jahrzehnt brauchen, um die Auswirkungen der Pandemie zu überwinden.
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Oxfam befürchtet, dass sich die Ungleichheit auch besonders stark bei der weltweiten Bereitstellung von Corona-Impfstoffen zeigen wird. Eine kleine Gruppe reicher Nationen, die nur 14 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren, habe mehr als die Hälfte der Vorräte der führenden Covid-19-Impfstoffkandidaten aufgekauft. Sollte es keine Preisbegrenzungen geben, hätten insbesondere in Armut lebende Menschen keine Chance auf eine Impfung, während Pharmakonzerne weiter hohe Gewinne einfahren.
„Die Corona-Pandemie muss ein Weckruf sein, extreme Ungleichheit und Armut endlich bei der Wurzel zu packen“, so Oxfam. Dazu brauche es unter anderem für jedermann zugängliche soziale Sicherungssysteme und mehr Gemeinwohlorientierung der Wirtschaft.
„Die tiefe Kluft zwischen Arm und Reich erweist sich als ebenso tödlich wie das Virus. Konzerne und Superreiche müssen jetzt ihren fairen Beitrag leisten, um die Krise zu bewältigen“, sagte Tobias Hauschild von Oxfam Deutschland.
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