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„Keine Buchdeals für Verräter“: US-Initiative für Verlags-Boykott von „Monstern“ der Trump-Regierung

© CC0 / Clarissa Bell / PixabayBücher im Einzelhandel (Symbolbild)
Bücher im Einzelhandel (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.01.2021
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Rund 500 Angehörige des US-Literaturbetriebes haben einen Aufruf an US-Verleger unterzeichnet, keine Buchverträge mit den „Monstern“ der ehemaligen Trump-Regierung abzuschließen. Sie hätten Verbrechen gegen die Bevölkerung ermöglicht. Wer zum „Coup-Versuch“ am Kapitol anstiftete oder ihn stützte, sollte nicht Profit schlagen dürfen.
Die ehemalige Trump-Administration soll sich ihre Zeit im „Weißen Haus“ nicht mit lukrativen Buchverträgen vergolden dürfen, so der Wunsch von mittlerweile etwa 500 amerikanischen Autoren, Mitarbeitern von Verlagen, Journalisten und Agenturen des US-Literaturbetriebes.
Sie haben einen Offenen Brief unterzeichnet, der zum Boykott literarischer Ergüsse von Mitgliedern der Regierung von Ex-Präsident Donald Trump aufruft. Initiator des Briefes ist der New Yorker Jugendbuchautor Barry Lyga, unter den Unterzeichnern finden sich Namen wie Holly Black, Celeste Ng oder der Verfasser der "Star-Wars"-Romantrilogie „Aftermath“, Chuck Wendig . Das Schreiben ist mit dem Hashtag „#nobooksfortraitors“ überschrieben: „Keine Buchdeals für Verräter“.

"Son of Sam"-Gesetze

Die Initiative beruft sich auch auf umstrittene US­-Gesetze, die verhindern sollen, dass Kriminelle Profit aus den Publikationen ihrer Verbrechen schlagen, indem sie ihre Geschichten an Verlage verkaufen - das sogenannte „Son of Sam Law“. In der Regel können sich ehemalige Mitarbeiter von US-amerikanischen Präsidenten, das Ex-Staatsoberhaupt selbst oder auch die „First Lady“ ihren Abgang von der geschichtsträchtigen Rampe monetär einträglich versüßen, indem sie Bücher über ihre Zeit im „Weißen Haus“ publizieren oder die Rechte an ihren Storys verkaufen.
In dem Offenen Brief der Initiative heißt es :

„Kein Mitarbeiter einer Administration, die Kinder in Käfige sperrte, unfreiwillige Operationen an gefangenen Frauen durchführte und die Wissenschaft verhöhnte, derweil Millionen sich mit einem tödlichen Virus infizierten, sollte durch die fast routinemässige Großzügigkeit eines fetten Buchdeals bereichert werden.“

Zudem sollte „keiner, der zum Coup­-Versuch vom 6. Januar 2021 angestiftet, ihn verbreitet oder gedeckt hat, seine Philosophien durch unsere geliebten Verlagshäuser vergütet und verbreitet bekommen.“
Frank Castorf (Archivbild) - SNA, 1920, 25.01.2021
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Dämonisierung als „Monster“

„Wir glauben an die Kraft der Worte und haben es satt, dass die Industrie, die wir lieben, die Monster unter uns bereichert, und wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um sie zu stoppen“, so die Initiative.
Im Lichte einer allerorten zu beobachtenden „Cancel Culture“ hat die Forderung durchaus Geschmäckle. Ob Verlage angesichts einer mehrere dutzend Millionen starken Anhängerschaft der Ex-Administration von Donald Trump allein in den USA von verheißungsvollen Geschäften abrücken kann zunächst dahingestellt bleiben, erscheint aber zumindest fraglich. Die Demokratie wird durch solche Buchdeals wohl nicht gleich gefährdet, die Stigmatisierung Andersdenkender, und das hat auch die jüngste US-Vergangenheit gezeigt, wohl eher. In jedem Fall kann die Demokratie einiges aushalten, und muss sie es nicht auch in einer die Meinungsfreiheit hochschätzenden pluralistischen Gesellschaft?
Sahra Wagenknecht bei einer Kundgebung (Archivbild) - SNA, 1920, 19.01.2021
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