Kanzleramtschef warnt vor Dominanz von Corona-Mutation in Deutschland

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Virus (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.01.2021
Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) geht davon aus, dass die bislang vor allem in Großbritannien verbreitete Mutation des Coronavirus auch in Deutschland zur dominanten Form werden wird. Während Gesundheitsexperten vor einem zu frühen Lockdown-Ende warnen, hält KMK-Vorsitzende Britta Ernst Schulöffnungen ab Februar für möglich.
Jetzt würden mehrere Krankenhäuser schon mit der Mutante zu tun haben, sagte Braun in der ARD-Talkshow „Anne Will“. „Das heißt, das ist bei uns im Land angekommen, und deshalb wird sie dann irgendwann, so wie in anderen Ländern auch, die Führung übernehmen und wird Probleme machen.“
Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Ob sie auch tödlicher ist, lässt sich bislang nicht gesichert sagen. Auch in Brasilien und Südafrika kursieren Virus-Mutationen mit wohl besonderem Risiko.
Wien (Archiv) - SNA, 1920, 22.01.2021
Österreich
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„Man muss davon ausgehen, dass auf einen Monat betrachtet diese drei Varianten sechs- bis achtfach so ansteckend sind“, sagte dazu der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach im „Bild“-Format „Die richtigen Fragen“. „Und wenn ich dann die jetzigen Zahlen hochrechne, dann bin ich schnell bei dem Szenario, das Christian Drosten vorgerechnet hat.“

„Ganz anderes Bedrohungspotenzial“

Der Virologe hatte im „Spiegel“ mit im schlimmsten Fall 100.000 Neuinfektionen pro Tag bei einem zu frühen Lockdown-Ende gerechnet. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war bislang mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden.
Laut Lauterbach sind die neuen Varianten „von einem ganz anderen Kaliber“ mit einem „ganz anderen Bedrohungspotenzial“. Deshalb werde man „einen sehr harten und sehr gut funktionierenden Lockdown“ brauchen.
Trotzdem hält die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, erste Schulöffnungen Anfang Februar für möglich. „Sicher nicht vollständig“, schränkte die brandenburgische Bildungsministerin in der „Rheinischen Post“ ein. „Aber ich halte das bei entsprechender Infektionslage beispielsweise mit Wechselunterricht für möglich.“ Anfangs könne das auch nur für Abschlussklassen und die ersten Klassenstufen gelten.
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