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Virologe Drosten hat schlimme Befürchtungen: „Was sonst im Frühjahr und Sommer passieren könnte“

© AP Photo / Markus SchreiberDer deutsche Virologe Christian Drosten (Archiv)
Der deutsche Virologe Christian Drosten (Archiv) - SNA, 1920, 22.01.2021
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Der Top-Virologe und Professor der Berliner Charité, Christian Drosten, hat laut seinen Aussagen gegenüber dem „Spiegel“ „schlimme Befürchtungen“, was im Frühjahr und Sommer in Deutschland in Bezug auf die Corona-Pandemie geschehen könnte.
Vor allem weil ich schlimme Befürchtungen habe, was sonst im Frühjahr und Sommer passieren könnte.“ Dazu erläuterte er gegenüber dem Blatt wie folgt:
„Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil der Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden.“
Die Folge könnte sein, dass sich dann im Laufe kurzer Zeit noch viel mehr Menschen infizieren. Dann werde man Corona-Fälle nicht mehr von 20.000 oder 30.000, sondern laut seinen Worten im schlimmsten Fall von 100.000 täglich haben.
„Das sind dann zwar eher jüngere Leute, die seltener schwere Verläufe haben als ältere.“ Wenn sich aber die Jüngeren ansteckten, würden sich trotzdem die Intensivstationen füllen, sagte er weiter.
Corona-Pandemie (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.01.2021
Corona-Pandemie: Deutscher Infektiologe hält auch vierte und fünfte Welle für möglich
Auf die Frage, ob man im Frühjahr, wenn es wärmer ist, mit niedrigeren Fallzahlen rechnen können, zeigte sich Drosten skeptisch. Er vermutet, dass der entspannte Sommer 2020 in Deutschland offenbar damit zusammenhing, dass die Fallzahlen im Frühjahr „unter einer kritischen Schwelle“ geblieben waren. „Das ist inzwischen aber nicht mehr so“, betonte der Virologe. Er verwies dabei auf Spanien, wo die Corona-Fälle im Sommer nach dem Lockdown-Ende wieder schnell gewachsen waren, sowie auf den derzeitigen Sommer in Afrika, wo die Zahlen auch auf hohem Niveau sind.

Britische Corona-Mutation

In dem Interview zeigte sich Drosten besorgt über die britische Corona-Mutation. Er betonte, dass eine aktuelle Studie aus Oxford zeige, dass diese Variante bis zu 35 Prozent infektiöser als der Wildtyp des Virus sei.
„Nach allem, was wir wissen, beginnt B.1.1.7 gerade erst, sich in Deutschland auszubreiten“, sagte er.
Drosten ist der Meinung, es gebe die einmalige Gelegenheit, die Verbreitung dieser Mutation in Deutschland zu verhindern oder zumindest stark zu verlangsamen. „Wenn wir es schaffen, die Variante unterhalb einer kritischen Marke zu halten, könnten wir zumindest hoffen, dass sie sich hier nicht so rasant ausbreitet.“
Coronavirus (Symbolbild) - SNA, 1920, 18.01.2021
Neue Corona-Mutation in Klinikum in Bayern entdeckt – Medien
Ende Dezember waren eine Variante des Coronavirus (B.1.1.7) in Großbritannien sowie eine ähnliche (501Y.V2) in Südafrika nachgewiesen worden, die ersten Analysen zufolge ansteckender sein könnten als die bisher kursierenden.
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bislang (Stand 21.1., 0.00 Uhr) 28 Nachweise der Variante B.1.1.7 aus sieben Bundesländern gemeldet bekommen, zitiert dpa eine Sprecherin.

Corona-Lage in Deutschland

Laut Angaben des RKI von Freitag sind in den letzten 24 Stunden 17.862 neue Corona-Infektionen verzeichnet worden. In Deutschland wurden bislang 2.106.262 Corona-Fälle registriert.
Die Zahl der Todesopfer stieg um 859 auf über 50.000 Fälle.
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