Mithilfe Gentherapie: Deutsche Forscher lassen gelähmte Mäuse wieder laufen

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Maus, Säugetier, Symbolbild  - SNA, 1920, 22.01.2021
Den Forschern der Ruhr-Universität Bochum ist Berichten zufolge Unglaubliches gelungen: Sie haben die Kommunikation zwischen Gehirn und Muskeln bei den gelähmten Mäusen mithilfe eines neuen Ansatzes wiederhergestellt und damit die Säugetiere wieder zum Laufen gebracht.
Der Hoffnungsträger sei das Designer-Eiweiß Hyper-Interleukutin-6, hieß es beim MDR.
„Dieses Eiweiß-Molekül, das wir verwendet haben, ist quasi ein 'aufgemotztes Zytokin', das es so in der Natur nicht gibt“, zitiert der Sender den Professor Dietmar Fischer von der Ruhr-Universität Bochum.
Dieses Eiweiß würde dafür sorgen, dass die Nervenzellen ihre eigene Medizin bilden können, hieß es. In ihren Experimenten hätten die Forschenden gelähmten Mäusen Viren in einen ganz bestimmten, gut zugänglichen Bereich des Gehirns gespritzt. Darin steckte der Bauplan für das Eiweiß. Den schleusten die Viren ins Innere der Nervenzellen. Und die konnten das heilende Eiweiß dann einfach selbst herstellen, berichtete der Wissenschaftler:
„Das wird dann freigesetzt von den Nervenzellen und kann dann wieder sofort an die Außenhaut – also an die Außenmembran binden, an bestimmte Rezeptoren. Dann werden bestimmte Schalter in der Nervenzelle umgelegt und dann kann sie regenerieren“, fügte Fischer hinzu.
Das hat nicht nur bei dem Teil des Rückenmarks geklappt, das die Forscher im Visier hatten, sondern gleich in mehreren verletzten Bereichen. Das habe sie selbst stutzen lassen, erzählt er weiter. Doch dann fanden sie heraus, was passiert war: Die Zellen stellten das Eiweiß nicht nur für sich selbst her, sondern transportierten es auch entlang der Nervenfasern zu anderen durch die Rückenmarksschädigung verletzten Nervenzellen. Die wurden so auch mit dem Eiweiß versorgt:
„Was vorher nicht bekannt war, ist, dass diese Fasern Seitenäste haben, die zu anderen Nervenzellen projizieren, die ganz tief im Hirnstamm sitzen, die sonst auch nur sehr schwer zu erreichen sind. (…) Deshalb sind gleich verschiedene Populationen von Nervenzellen regeneriert. Das hat letztlich dazu geführt, dass die Maus wieder laufen kann“, so Fischer.
Ob das auch beim Menschen klappen könnte? Auf diese Frage hat der Wissenschaftler noch keine Antwort. Zunächst haben er und sein Team erst einmal zeigen können, dass es überhaupt bei Säugetieren funktioniert. Bis diese Gentherapie aber vielleicht irgendwann einmal beim Menschen gemacht werden könnte, braucht es noch jahrelange zusätzliche Forschungsarbeit.
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