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Trendumkehr im „ARD-Deutschlandtrend“: Zufriedenheit mit Corona-Maßnahmen nimmt deutlich ab

© REUTERS / KAI PFAFFENBACHKinderbriefe an einem Zaun im Frankfurter Viertel Römerberg
Kinderbriefe an einem Zaun im Frankfurter Viertel Römerberg - SNA, 1920, 22.01.2021
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Laut dem „ARD-Deutschlandtrend“ werden die Corona-Maßnahmen und die damit einhergehenden Einschränkungen zunehmend als Belastung empfunden. Zudem sinkt deutlich die Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement von Bund und Ländern. Hat die Bevölkerung genug vom Lockdown? Und hat dies auch Auswirkungen auf die Wahlumfragen?
Die Mehrheit der Befragten (49 Prozent) nehme die in Deutschland geltenden Corona-Einschränkungen als sehr starke bzw. starke Belastung wahr. Das ist das Ergebnis des aktuellen „ARD-Deutschlandtrends“ von „Infratest Dimap“ für das „ARD-Morgenmagazin“. Das sind 13 Prozent mehr als bei der Umfrage im Dezember. Vor Weihnachtsfeiertagen haben noch 36 Prozent die Einschränkungen als starke oder sehr starke Belastung empfunden.
42 Prozent bezeichneten ihre persönliche Belastung durch die bestehenden Auflagen als weniger stark. Vor den Feiertagen waren es noch knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten. Aktuell gar nicht belastet fühlten sich laut der Erhebung nur neun Prozent der Befragten. Die Zahl derer, die die Auflagen als belastend empfinden, nimmt damit deutlich zu.

Unzufrieden mit dem Krisenmanagement

Auch beim Corona-Krisenmanagement von Bund und Ländern überwiege in der Bevölkerung mittlerweile ein kritisches Urteil. So zeige sich im „Deutschlandtrend“ gut die Hälfte (54 Prozent) aktuell weniger oder gar nicht zufrieden mit dem Krisenmanagement. 46 Prozent der Befragten seien zufrieden oder sehr zufrieden.
Mitte Dezember 2020, noch vor Bekanntgabe des neuen Lockdowns, haben sich der „ARD-Tagesschau“ zufolge 57 Prozent positiv geäußert – 42 Prozent waren negativ eingestellt.
Hinter dem Krisenmanagement von Bund und Ländern stünden mehrheitlich die Anhänger der Unionsparteien (74 Prozent). Unter Anhängern von SPD und Grünen halte sich Zustimmung und Ablehnung in etwa die Waage. 52 Prozent der Befragten zeigten sich sehr zufrieden oder zufrieden, 48 Prozent der Befragten weniger oder gar nicht zufrieden. In den Reihen der Linken überwiege die Kritik mit 57 Prozent. Auf deutliche Distanz zum Krisenmanagement von Bund und Ländern gingen die Anhänger der FDP mit 80 Prozent und der AfD mit 93 Prozent.

Genug des Lockdowns?

Für die Regierungen auf Bundes- und Länderebene dürfte die Trendumkehr ein deutliches Zeichen sein, dass die Menschen durch die verschärften Beschränkungen an ihre Grenzen stoßen. Ähnlich konstatierte dies ARD-Korrespondent Michael Strempel via Twitter. „Die Corona-Erschöpfung steigt, die Zustimmung zur Krisenpolitik von Bund und Ländern sinkt.“
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey zeigte im „Morgenmagazin“ zwar Verständnis, machte zugleich aber deutlich, dass sie hinter den strengeren Maßnahmen stehe. „Je länger es dauert, desto größer wird der Lockdown als Belastung empfunden, desto größer ist die Belastung. Es geht hier in einer Situation, in der wir wirklich in einer schweren Pandemie-Lage sind, aber auch Besserungen sehen, darum, diese Besserungen zu verstärken. Bei diesen drei Wochen, um die es geht, da müssen wir alle zusammen durch. Das ist so. Damit wir dann eine echte Öffnungsperspektive haben. Ich verstehe jeden, mir geht es auch so, dass diese Situation belastend ist“, sagte die Ministerin.
Corona-Teststelle in Berlin (Archivbild) - SNA, 1920, 22.01.2021
Giffey will Corona-Tests auch in den Kitas ausweiten
Einen Rat für die Bundesregierung hält der FDP-Bundestagsabgeordnete Olaf in der Beeck parat: „Ohne Verständnis und die Unterstützung der Bevölkerung kann der Kampf gegen Corona nicht gewonnen werden. Das sollte auch die Bundesregierung bei ihrer Strategie nicht aus den Augen verlieren“, warnte der FDP-Politiker.

Wenn Bundestagswahl wäre …

Die Ergebnisse der Studie könnten Sorgenfalten auf die Stirne der regierenden Parteien zaubern. Denn die offensichtliche Erschöpfung der Bevölkerung durch die Einschränkungen und die damit zu beobachtende Trendumkehr in der Zufriedenheit der Bevölkerung könnte sich auch schnell auf die Wahlumfragen negativ auswirken. Bisher hat die Union von der exekutiven Regierungsarbeit ihres Kabinetts und den umstrittenen Einschränkungen massiv profitiert. Damit könnte nun Schluss sein. „Ein Deutschlandtrend, der die nackte Panik auslöst“, twittert ein User.
Auf die Zustimmungswerte der Union hat aber die zunehmend unzufriedene Einstellung der Deutschen offenbar nur einen geringen Einfluss. So würden CDU und CSU auf 34 Prozent der Wählerstimmen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Das würde einen Verlust von einem Prozentpunkt bedeuten. Mit 21 Prozent blieben die Grünen die zweitstärkste Kraft. Für die SPD entschieden sich 15 Prozent der Befragten. Die AfD käme auf zehn Prozent, die Linke auf sechs Prozent und die FDP auf sieben Prozent der Stimmen. Mit 55 Prozent hätte die Koalition von Union und Grünen damit die absolute Mehrheit im Bundestag.
Im Vergleich zum „Deutschlandtrend“ vom 7. Januar 2021 würde damit die SPD einen Prozentpunkt hinzugewinnen. Die Linke verliert einen Prozentpunkt. Der Stimmenanteil für die Grünen, die AfD und die FDP bliebe unverändert.
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