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Covid-19: Sterberisiko bei Älteren mehr als verdoppelt – Mathematiker

© REUTERS / Pool / Sean GallupImpfung in Deutschland
Impfung in Deutschland - SNA, 1920, 22.01.2021
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Das Coronavirus ist für ältere Menschen besonders gefährlich. Nach Berechnung des Stuttgarter Mathematik-Professors Christian Hesse steigt mit zunehmenden Alter das Risiko, binnen eines Jahres zu sterben. Bei Corona-Infizierten über 60 Jahren ist das Risiko demnach mehr als doppelt so hoch wie bei Gesunden im selben Alter.
Eine weitere Erkenntnis ist, dass ab 60 Jahren für Infizierte der Abstand zwischen dem Risiko, an Corona zu sterben, und dem allgemeinen Altersrisiko zunehmend immer größer wird.
Das hat Hesse auf der Grundlage von Daten aus Deutschland und internationalen Studien zur sogenannten Infektionssterblichkeit errechnet. Das ist der Anteil der Corona-Toten unter allen Infizierten, ob getestet oder nicht. Für eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung wurde mit Blutproben der Immunstatus ermittelt, um auch frühere, unerkannt gebliebene Corona-Infektionen festzustellen.
Auch bei Gesunden gilt: Die Gefahr, binnen eines Jahres zu sterben, ist bei jungen Menschen naturgemäß deutlich niedriger. Sie verdoppelt sich aber im Schnitt alle sieben Jahre. Bei Jüngeren gibt es auch größere Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Für nicht infizierte 20-jährige Männer liegt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres zu sterben, bei 0,042 Prozent und für Frauen bei 0,018 Prozent.
Gerda Müller, 86, besucht am 21. Januar 2021 ein Impfzentrum in Heuchelheim, Westdeutschland, um einen Impfstoff gegen COVID-19 zu erhalten. - SNA, 1920, 21.01.2021
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Das Sterberisiko wie bei einem 20-jährigen Mann habe eine Frau erst im Alter von 34 Jahren. Dieser Unterschied verringere sich mit den Jahren, erklärte Hesse. So seien etwa 88-jährige Männer und 90-jährige Frauen hinsichtlich des Risikos vergleichbar.
Da vor allem junge Menschen nach einer Corona-Infektion milde bis gar keine Symptome haben, beträgt die mittlere Infektionssterblichkeit für beide Geschlechter bei 20-Jährigen den Angaben zufolge gerade einmal 0,006 Prozent – erhöht also das natürliche Sterberisio nur leicht.
Anders ist es bei älteren Corona-Infizierten. „Mit etwa 60 Jahren ist das Risiko, durch die Corona-Infektion zu sterben, ungefähr gleich dem normalen Altersrisiko“, so Hesse. „Konkret bedeutet dies, dass für 60-jährige Menschen eine Corona-Infektion das effektive Sterberisiko verdoppelt“, erklärte der Mathematiker. „Infolgedessen ist es in Bezug auf das Risiko so, als würde man durch die Infektion plötzlich sieben Jahre älter“, so Hesse. Mit 90 Jahren liege die Corona-Sterblichkeit dann bei 28 Prozent und damit um gut zehn Prozentpunkte höher als die allgemeine Alterssterblichkeit.
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